…danke für die Lorbeeren, aber ich bin doch noch gar nicht fertig…
30.12.2006; Am Brunnenhäuschen
Der heutige Vormittag war als Ruhetag geplant und so wurden all die Dinge erledigt, für die man während des Fahrens so keine Zeit hatte. Ich kam endlich dazu meine zwanzig Ansichtskarten zu schreiben, welche ich seit Douz mit mir herum schleppte, nur in ganz Ksar Ghilane gibt es keinen Briefkasten.
Selbst im großen Beduinenzelt-Hotel wollte oder konnte mir keiner helfen. Wenigstens nutze ich die Gelegenheit und bestieg mal den Aussichtsturm im Hotel um mir die Oase mal von oben zu betrachten. Die Jungs vom kleineren Campingplatz erbarmten sich dann meiner und gaben die Karten einem der Touristenkutschern mit, der sie dann in Douz einwerfen sollte.
Na ja, drei Wochen später waren diese dann endlich bei den Adressaten…
Die Fahrzeuge wurden noch mal durch gesehen und die Treibstoffreserven wurden kontrolliert. Ich füllte den ersten Kanister in den Tank. Bis dahin hatte der Vitara ungefähr 30 Liter verbraucht. Nicht schlecht, für 240 km Wüste in drei Tagen. Ich hatte ja noch drei volle Kanister dabei, damit käme ich noch ein paar Kilometer weit…

Unter den Tamarisken von Ksar Ghilane

Offroad-Tankstelle
Kurz vor Mittag verließen wir die Oase, natürlich nicht ohne nochmals kurz am Pool vorbei gesehen zu haben. Dabei dürfen wir auch nochmals die Touries bestaunen, die mit einem Kamel als Lasttier zu Fuß in die Wüste marschierten… Für was hat man denn Autos?

Der Pool von Ksar Ghilane, bei uns würde man ein Kurbad daraus machen…
Heute sollte nur eine kurze Etappe gefahren werden. Ziel war das Brunnenhäuschen am Bir Gif el Boum (oder so ähnlich…) im Qued el Bibène. Über staubige Pisten ging es zurück in Richtung Douz, über den berüchtigten Dünengürtel, mit Mittagspicknick am Café, dann eine kurze Strecke durch ein Trockental und schon liegt am frühen Nachmittag das marabutartige Gebäude vor uns. Eine Gruppe Geländewagen die von Westen kommt will wohl das gleiche Ziel anfahren, aber wir waren schneller..

Über staubige Pisten

Tee-Time am Brunnenhäuschen
Sollte es das für heute gewesen sein? Der Tag war noch jung und die Dünen sind in greifbarer Nähe. Nach kurzer Absprache fanden sich dann noch ein paar Unermüdliche, ein Bäumchen mitten im Sand wurde als Ziel auserkoren und ab ging es in die Sandberge. Ein Riesenspaß! Der Sand war fest und tragfähig, so daß die Dünentäler und -kämme eine riesige Achterbahn bilden – hoch und runter.

Eine riesige Achterbahn

Am Ziel
Natürlich geht die Spielerei nicht ohne Pannen ab. Jeder hängt irgendwann mal fest und muß wieder frei gezogen werden. Aber dafür sind wir ja hier!
Mich erwischte es an einer kurzen steilen Dünenflanke, wo es unten in einer Linkskurve weiter gehen sollte. Der Sand ist so fest, daß ich mit dem Vitara-Heck darin hängen bleibe und die Hinterräder nicht mehr den Boden erreichen, der rechte Vorderrad steht schon auf den nächsten Düne und das Linke dreht frei in der Luft. Mist! Gut daß wir alle CB-Funk haben und die Kollegen in der Nähe sind.

Zu wenig Schwung

Zu eng
Wie schon gesagt: es war eine geile Fahrerei und wir wollten ansich gar nicht mehr runter ins Lager, aber die Sonne ging so langsam unter, die Schatten wurden immer länger und beim hochfahren zum Dünenkamm schaute man direkt in die Sonnen und konnte dann anschließend nur schwer erkennen wie es nun weiter geht. Also trollen wir uns wieder ins Camp, wo wir noch stundenlang von den Dünen schwärmten.
Der Abend wurde dann noch von einem phantastischen Sonnenuntergang gekrönt, welcher die Dünenkette hinter uns in ein zartes rosa tauchte. Die untergehende Sonne hinter dem Brunnenhäuschen und die Venus direkt über dem Horizont ergaben noch so manch tolles Fotomotiv.

”Dünen”glühen

Abendstimmung
Wir dachten schon der Abend wäre nicht mehr zu toppen, da servierte Gunther Schneide das Abendessen: Sauerländer Rouladen mit Rotkohl… Mmmhhhh, Lecker!
Daß der Abend dann gemütlich mit ein, zwei Bierchen am Lagerfeuer endete brauche ich, glaube ich, nicht mehr extra zu erwähnen.
31.12.2006; Sylvester
Auch heute morgen haben wir wieder dichten Nebel. In Verbindung mit dem Brunnenhaus und den kleinen Sanddünen kommt unvermittelt der Eindruck eines Friedhofs auf, mit Kappelle und frisch aufgeworfenen Grabhügeln. Gruselig…
Zudem mach meine Digitalkamera zicken, so daß ich wieder meine gute alte Oplympus APS-Kamera heraus kramen muß. Deswegen gibt jetzt hier und da ein anderes Bildformat.

gruselige Morgenstimmung

Warten auf die Abfahrt
Frühstücken, Camp abschlagen – die übliche Routine. Heute geht es erstmal wieder zurück in die Zivilisation – nach Douz. Wir fahren vom Brunnen in gerade Linie zum Café Porte du Sahara, Dabei überqueren wir mehrere Dünenfelder. Heute geht das nicht ganze so problemlos wie in den letzten Tagen. Einige Fahrzeuge müssen wieder frei geschleppt werden und einer verliert sogar sein Reserverad unter der Pickup-Ladefläche.

Hängt!

So ein blödes Sandloch
Während die “richtigen Geländewagen”[TM] noch im Sand “spielen”, fahre ich meinen Vitara mal auf ein Sanddüne um ein paar Poser-Fotos zu machen. Eine Eisdiele gibt es hier ja nicht… ![]()

Ist noch Platz im nächsten VFF-Kalender?

…und noch ein Bild von vorne…

…und einmal rund herum…

Oder lieber das: Die große Freiheit ruft…
Im Café machen wir unsere Mittagspause und fahren dann über eine übele Piste weiter nach Douz zum tanken und zum einkaufen. Früher konnte man hier noch richtig schön heizen, aber nun ist die Strecke von Sandverwehungen nur so übersät. Der weichgefahrene Sand (Fesch-Fesch) in den Spurrillen tut sein übriges um ein Vorwärtskommen zu behindern.

Mittagspause

Schon wieder Kaffeetrinken
Nach dem Auffüllen der Vorräte und einem Kaffee auf dem Marktplatz von Douz geht es über Asphalt nach Sabria, einem kleinen Ort südwestlich von Douz. Dort hat man ein altes Französische Fort wieder aus dem Sand ausgegraben und nutz dies nun als Restaurant und Campingplatz.
Für die Sylvesternacht ist dort ein Tunesische Abend organisiert worden – so richtig auf der Tourie-Schiene… ![]()

Vor dem alten Fort

Wo geht diese Telefonleitung wohl hin?
Na gut, eine richtige Toilette und Wasser zum Duschen und Waschen haben aus seine Vorteile. Nach ausgiebiger Körperpflege starteten wir mit Glühwein am Lagerfeuer in den Abend. Die aus Douz bekannte Folkoregruppe trat auf, mitsamt der Dudelmusik, Bauchtanz und Jonglageeinlagen. Unter Beduinenzelten wurde dann traditionelles Tunesisches Essen serviert und ruckzuck vergingen die Stunden bis Mitternacht.
24:00 Uhr – Prost Neujahr ![]()
Das neue Jahr wurde ordentlich mit Sekt begossen. Das mitgebrachten Feuerwerk wurde abgebrannt und endlich konnte ich die blöden Raketen aus dem Auto räumen, die mich die letzten Tage immer
wieder genervt haben, weil ich ja die Holzstäbe nicht abbrechen wollte. Die anwesenden Tunesier waren hellauf begeistert, so daß ich zum Schluß meine Raketen an die Jungs verschenkte damit diese sie starten konnten. Wie die kleinen Kinder… ![]()
Um 01:00 Uhr wurde dann das Notebook heraus geholt und “Dinner for one” gezeigt – Was muß, das muß ![]()
Nach dem reichlichen Genuß alkoholische Getränke endete der Tag dann irgendwann früh morgens. Das neue Jahr hatte angefangen und als erstes stand Ausschlafen auf dem Plan. Das neue Jahr könnte nicht besser beginnen…
Einen hab‘ ich noch…
Mottek

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