Und hier geht es weiter…

04.05.2007; Zum Weltkulturerbe

Nach einem ordentlichen Frühstück – wobei mir eine Scheibe Wurst immer noch lieber ist, als die beste Marmelade – stand am heutigen Tag das Weltkulturerbe Hollókö auf dem Programm. Aber erst einmal ging es in den Wald, wir waren ja schließlich nicht zum Vergnügen hier. 🙂
Die Wald- und Feldwege zwischen den Ortschaften dienen hier noch ganz normal zur Fortbewegung und sogar die Wanderer grüßen einem noch freundlich.

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Hügeliges Nordungarn

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Zwischen den Waldgürteln, weite Wiesen und Felder

Die zerfahrenen Fahrspuren in den Niederungen zeugten davon, daß es hier wohl nicht so einfach durch zu kommen sei, wenn das Wetter etwas feuchter wäre. So wurden unsere Vitaras in den riesigen Traktorspuren nur etwas hin und her geschüttelt und Wolfgang schwärmte immer wieder vom Frühjahr, wenn diese Wege für seinen Patrol dann genau die richtige Herausforderung seien.
Auf einem Hügel vor unserm Ziel machten wir dann Mittagsrast mit Ausblick auf die Burgruine Hollókö, zu deutsch: Rabenstein.

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Vitara-Posing

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Wer sagt, daß Off-Road etwas mit Entbehrung zu tun hat?

Als ich das erste Mal in dieser Gegend war, sind wir doch glatt an Hollókö vorbei gefahren. Tja, man sollte halt die Reiseführer vor der Reise lesen. Dafür hatten wir damals hübsche Wege im Hinterland gefunden, über die wir uns nun auch wieder an das Dorf heran pirschten. Natürlich kamen wir dadurch von der “falschen” Seite und durften erst mal mit den Geländewagen durchs Ort fahren…

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Eine kleine Furt vor Hollókö

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Infotafel: wer verkauft hier was…

In Hollókö stellten wir dann die Fahrzeuge auf dem Parkplatz ab und erkundeten das Dorf zu Fuß. Die Damen machten sich sogleich auf zu einer Shopping-Tour durch all die Souvenir-, Töpferei-. Strickwaren- und sonstigen Läden, während wir Herren einfach nur so die Schönheit(en) des Ortes bewunderten. Wolfgang als alter Fernmelder musste sich natürlich noch das Ungarische Postmuseum anschauen, aber dann drängte es uns doch zu einen Espresso und einem Palatschinken als Nachspeise.
So kann man einen Nachmittag auch herum bringen.

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Unser Dorf soll schöner werden…

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Burgruine Hollókö über dem gleichnamigen Dorf

Heinz und ich ließen es uns dann auch nicht nehmen noch mal kurz zur Burgruine zu wandern und uns das Gemäuer von innen anzusehen. So ein Bauwerk ist schon imposant, aber ähnlich wie bei der Burg Visegrád, machte ich mir auch hier Gedanken, wie man diese Unmengen von Steine hier hoch gebracht und verbaut hat.
Die Aussicht war einfach nur atemberaubend…

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Von da hinten kamen wir her…

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Höher geht’s nimmer…

Über schnöden Asphalt ging’s dann wieder zurück nach Herencsény, wo Swenja uns wieder mit einem köstlichen Abendessen verwöhnte. Der Abend endete dann wieder bei Benzingesprächen, Diskussionen über Baustatik und Unterhaltungen über Gott und die Welt.
Beim Gang zu meinem Zimmer deuteten dann auch schon unsere Probleme für die nächsten Tage an: es regnete.

05.05.2007; Im Nebel

Vom heutigen Tag gibt es leider nicht so viele Bilder – es gab schlichtweg nichts zu sehen…
Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von den Grubers um weiter in den Nordosten von Ungarn vor zu stoßen. Unser Versuche den Teer zu verlassen wurden leider von der Wetterlage zunichte gemacht, also versuchten wir das Matra-Gebirge auf normalen Straßen zu durchqueren. Aber ab 600 Höhenmetern wurde aus dem leichten Nieselregen eine geschlossene Nebeldecke, so daß man kaum noch die Hand vor Augen erkennen konnte, geschweige denn die Fahrbahn und noch wichtiger deren Rand. Wir waren heilfroh, als es wieder abwärts ging und sparten uns dann auch den Aufstieg zu Ungarns höchsten Berg, den Kékes (1016 m), zumal dort oben der Ausblick sicherlich nicht besser war. Das nächste Mal…
Wieder vom Berg runter, brachten wir noch mal schnell Trubel in eine kleine Pizzeria, da der junge Wirt auf die schnelle eine Hand voll Pizzen zubereiten durfte. Von seinen Suppen hatte er uns ehrlicherweise abgeraten, das diese “aus der Schachtel” seien und für uns nicht gut genug. Die Pizzen schmeckten jedenfalls hervorragend. Auch hier trafen wir wieder auf ein allgegenwärtiges Phänomen: überall trifft man auf Ungarn, welche ein recht gutes Deutsch sprechen und schon mal irgendwo in Deutschland, bevorzugt im schwäbischen Raum, gearbeitet haben. 😉
Nach der Stärkung ging es dann am Rande des Gebirges entlang in Richtung unseres nächsten Etappenziels: Eger (zu deutsch Erlau, die Ungarn sprechen es “Ägger” aus), die Heimat des Erlauer Stierbluts (Egri bikavér).
Nach einer Stadtrundfahrt, zwecks Hotelsuche, quartierten wir und schließlich im Hotel Minaret ein, direkt am Stadtkern und unterhalb der Festung. Von hieraus erkundeten wir dann am Abend das Städtchen zu Fuß und ließen uns dann in einem netten Restaurant zum Abendessen nieder.
Ach ja, es regnete weiter… 🙁

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Der Dobó-Platz in Eger mit der Festung im Hintergrund

06.05.2007;

An Geländefahren war wegen der Nässe nicht zu denken, also verlagerten wir uns und Richtung Südosten in die Hortobágy-Puszta, schon wieder ein Weltkulturerbe. Nach einer Rundtour durch das weite, flache Land, jeder Menge von Störchen, Reihern und sonstigen Vögeln und noch mehr Vogelbeobachtern, machten wir dann an der berühmten neunbögigen Hortobágyer Steinbrücke Mittagsrast in der dortigen Czárda.

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Mittagspause an der Hortobáger Czárda

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Die neunbögige Hortobágyer Steinbrücke

Solchermaßen gestärkt beschlossen wir unser weiteres (Geländewagen-) Glück in der Sand-Puszta südlich von Budapest zu versuchen, da hier oben die Wege einfach nicht vernünftig zu befahren waren.
Ein kurzer Ausflug zu einem Altarm der Theiß bestätigte uns in unserer Auffassung. Obwohl der Untergrund noch nicht durchweicht und somit recht tragfähig war, bildete sich oben eine dünne Schlammschicht, welche wie Schmierseife wirkte und den Weg höllisch glatt machte. Wir fuhren weniger, sondern schlingerten eher unkontrolliert dem Weg entlang. Mit dem schweren Patrol und den beiden leichten Vitaras wollten wir es nicht riskieren uns irgendwo fest zu fahren und die Nacht in der Wildnis verbringen zu müssen.

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Glatt wie Schmierseife

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Der Hölle entronnen

Wieder festen Teer unter den Rädern ging es dann theißabwärts nach Szolnok, wo wir im Hotel Hozam Unterkunft fanden. Unser Abendessen nahmen wir dann nicht ganz so nobel bei einem Mütterchen in einer kleinen Eckkneipe ein, wobei das keinerlei Abwertung sein soll; das Essen war lecker und preiswert, das Preis/Leistungs-Verhältnis war sehr gut.
Mal schauen was der nächste Tag bringen würde, der Wetterbericht sagte etwas von Aufheiterung…

Fortsetzung folgt…

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