Hallo Fans;
Vielleicht schon lange erwartet, vielleicht auch schon lange befürchtet, muß ich mal endlich meinen Reisebericht von meiner letzten Off(On)-Road-Tour zum Besten geben, bevor ich in einer Woche den nächsten schreiben darf.
01.05.2007; Auf der Autobahn
Der Name meiner Website, wenn sie denn irgendwann einmal so richtig mit Leben gefüllt wird, ist www.Tour-Bequem.de und der Name ist Programm!
Er entstand mal als Verballhornung auf den Name der Mutterfirma eines Off-Road-Reiseanbieters, als die Tour-Guides meinten des Abends lieber noch ein paar Kilometer herunter schrubben zu müssen anstatt das Camp zu machen und als stattdessen einen gepflegten Sun-Downer zu genießen.
Jedenfalls ist die Idee einer entspannten Off-Road-Reise, ohne Hektik und Eile, und auch der dazugehörige Freundeskreis bestehen geblieben und so trifft man sich regelmäßig zu gemeinsamen Touren.
Diesmal stand wieder einmal Ungarn auf dem Programm und so ging es am 01. Mai mit Kilometerstand 221037 von Ulm aus los. Über die, dank Feiertag recht ruhige, Autobahn ging es über München, Salzburg und Wien, erstmal zum Neusiedler See. In Wien habe ich nur kurz die neue Südumgehung verlassen um die Pferde zu füttern und schon stand ich in der Warteschleife vor der Abflughalle des Wiener Flughafens Schwechat – da wollte ich nun wirklich nicht hin.
In Neusiedl traf ich dann wieder meine Mitfahrer, zwei Ehepaare aus der Nähe von Ulm, sie waren morgens früher aufgebrochen, um die Abendstimmung am See zu genießen – ich lieber etwas später um gleiches mit dem Frühstück zu machen. 😈
Siggi und Heinz fahren einen dreitürigen Grand Vitara. Der einzige Umbau fürs Gelände war, daß die Original-Anhängekupplung abgeschraubt wurde. Das doof Ding hängt hinten so tief, daß es sich bei unserer ersten Tour ständig als “Erdanker” betätigte. Erika und Wolfgang waren mit ihren Nissan Patrol Geländemonster mit dabei. Einiges an Ulm- und Anbauten sicherten ihnen auch das Vorankommen im schwersten Gelände, aber unsere Tour sollte ja nicht ganz so extrem werden – es war ja Urlaub angesagt.

Siggi und Heinz mit ihrem Suzi

Wolfgangs “Orga 3” Patrol
Von Neusiedl fuhren wir dann noch ein paar Kilometer nach Ungarn hinein um im Panzió Hummel in Pér, südöstlich von Györ, Quartier zu beziehen. Im benachbarten Restaurant wurden dann bei einem deftigen, ungarischen Abendessen auch die ersten Liter ungarischen Rotweines und Biers verköstigt. Ihr könnt euch denken, daß dieser Brauch dann auch an den nächsten Abenden gepflegt wurde.
02.05.2007; Durch die Felder
Ausgeschlafen und gut gefrühstückt ging es dann am nächsten Morgen endlich richtig los. Nach einem kurzen Abstecher nach Kisbér, um Lebensmittel, Trinkbares und Bargeldreserven wieder auf zu füllen, verließen wir erstmal den Teer um uns über die “Erdstraßen”, wir würden Feldwege dazu sagen, in Richtung Nordosten voran zu tasten.

Staubige Pisten durch grüne Felder

Pause am See
Auch in Ungarn hatte es lange Zeit nicht geregnet und die Sonnen schien kräftig von einem strahlend blauen Himmel herunter, so daß die Erde auf diesen Erdstraßen in fein pulverisierter Form vorlag – Staub!

Man muß nur schneller fahren als die Staubwolke

Vor lauter Staub sieht man das Fahrzeug gar nicht mehr
Mächtige Staubwolken hinter uns her ziehend, fuhren wir durch die Agrar-Steppe Transdanubiens auf Tatabánya zu. In den Bergen kurz davor machten wir dann Mittagsrast und verzehrten von den gerade gekauften ungarischen Köstlichkeiten.
Hinter Tatabánya, welches wir links liegen ließen wurde die Landschaft dann auch wesentlich hügeliger. Die schroffen Felskanten erinnerten mich an die schwäbische Heimat meiner Mitfahrer. Wahrscheinlich gefiel ihnen deswegen die Gegend auch so übermäßig.

Idyllische See in den Hügeln

Von unten sehen die Hügel einfach nicht so steil aus
Da wir der Ansicht waren, heute genug gefahren zu sein, suchten wir im nächsten größeren Ort nach einer Unterkunft. Im Sziget Panzió in Tarján wurden wir dann auch fündig. Ein nettes, kleines Hotel mit Restaurant und Café. An der Hotelbar noch schnell in trauter Runde den Staub aus der Kehle gespült, bevor es daran ging ihn auch noch vom Rest des Körpers zu entfernen. Ein leckeres, ungarisches Abendessen mit entsprechenden Alkoholikas beendeten dann auch diesen Tag.
03.05.2007; Kultur pur
Über Nacht hatte sich das Wetter ordentlich abgekühlt. Es war richtig gehend kalt geworden und es schienen in der Nacht ein paar Tropfen gefallen zu sein. Also beschlossen wir am heutigen Tage es mit etwas mehr Kultur zu versuchen und das Geländefahren etwas hinten anzustellen.
Der Weg führte uns wieder über Landstraßen weiter nach Nordosten, nach Esztergom an die Donau und weiter nach Visegrád ans Donauknie, wo wir uns erstmal die Ausgrabungen und Restaurationen um den Visegráder Königspalast anschauten. Eine Polizei-Kontrolle, kurz davor, behelligte uns nicht weiter, als sie feststellen durften, daß wir eine Gruppe aus mehreren Geländewagen sind – aber warum müssen die immer mich anhalten?.

Gruppenbild vor dem Herkules-Brunnen

Überreste des Königspalastes von Visegrád
Danach ging es hinauf auf die Burg Visegrád oberhalb der Stadt. Ein phantastischer Ausblick über die Donau war der Lohn für das Erklimmen etlicher Stufen. Wenn man die Steinmassen der Burg betrachtet und bedenkt, daß diese alle von irgend welchen Menschen dort hinauf geschleppt worden sein mußten, bekommt man doch ein leicht beklemmendes Gefühl.

Südtor der Burg Visegrád

Phantastischer Ausblick auf die Donauschleife
Wieder vom Burgberg hinunter ging es dann erst einmal zum vespern (Tour-Bequem: der Name ist Programm!) und dann entlang der Donau bis auf die Höhe von Vác, um dort mit der Fähre über zu setzen. Bei einigen kamen leichte Erinnerungen an den Film Titanic wieder hoch, während andere das “Donau-Knie” bewunderten. 😉

Die Titanic läßt grüßen
PS. das bei den Füßen sind die hiesigen Rettungsboote…

Das „Donau-Knie“ 😈
Hinter Vác ging es dann endlich wieder ins Gelände. Über schmale, zugewachsene Waldwege führte unser Weg weiter nach Nordosten und wenn der bescheuerte Vitara-Tank nicht so klein wäre, hätte es noch endlos so weiter gehen können. Stattdessen sind wir also der Landstraße gefolgt, auf der Suche nach einer Tankmöglichkeit. In Ungarn und besonders in so abgelegene Regionen, welche wir nun aufsuchen wollten ist das Tankstellennetz leider nicht so flächendeckend wie von zu Hause gewohnt.
OK, einmal wieder auf Teer und das heutige Ziel auch über solchige Straßen zu erreichen, bleiben wir darauf und fahren geradewegs nach Herencsény, wo uns Swenja und Günter Gruber schon erwarten.

Im Wald
Die Grubers haben wie vor Jahren durch einen dummen Zufall gefunden: auf der Suche nach einer Unterkunft, folgten wir einer offiziellen Hinweistafel “Panzió”, welche ansich gar nicht da hängen dürfte, da, nach jahrelangem Bürokratie-Krampf, offiziell der Pensionsbetrieb noch gar nicht genehmigt war… Aber wenn die Verwaltung schon mal Fakten geschaffen hatte, war die offizielle Genehmigung dann kein großes Problem mehr. 🙂
Swenja ist studierte Architektin, was man den liebevoll eingerichteten Zimmern auch ansieht – vor allen Dingen die Bäder haben eine in Ungarn kaum vorstellbare Größe – und Günter, studierter Maschinenbau-Ingenieur und Motorrad-Freak, haben sich vor ein paar Jahren ihren Traum erfüllt und sich in Herencsény eine neue Existenz aufgebaut. OK, Günters Herzblut gilt immer noch zweirädrigen Gefährten, aber auch als Vierradler oder gar Fußgänger ist man hier herzlich willkommen. Swenjas Kochkünste verschweige ich jetzt hier lieber, sonst bekommen wir dort nie wieder ein freies Zimmer. 🙂
Vor dem Abendessen erkundeten Heinz (der mit den GV) und ich noch kurz die Umgebung des Ortes, besonders eine Fahrspur zu einen Hügel über dem Ort hatten es uns angetan. [Alle religiös angehauchten Mitleser mögen diesen Ansatz überspringen…] Es handelte sich um einen „Kreuzweg“ zu einer Kapelle und einem gigantischen Kreuz über dem Dorf und da er auch zweispurig angelegt war gingen wir einfach mal davon aus, daß man diesen „Pilgerweg“ auch automobil bewältigten dürften.

Auffahrt zum Kreuzberg über Herenczény

Hier geht es steil bergab…
Der Abend klang dann bei einer riesigen Pfanne voller “Hühnerfüße” und einiger tiefschürfenden Gesprächen mit zwei Zweiradlern aus. Obwohl wir uns in unserer Anschauung recht nahe sind, werde ich nie so recht verstehen warum man auf einem Motorrad stehend die Welt erkunden muß, wenn man dies doch auch bequem in einem Vitara-Fahrersitz erledigen kann…
Fortsetzung folgt…
]V[ottek
























































