...der Name ist Programm...

Schlagwort: 2006

Tunesien 2006.1

So Leute, ich muß doch jetzt endlich mal meinen Reisebericht von unserer Sylvester-Tour zum Besten geben, bevor ich wieder alles vergessen habe und noch wichtiger, bevor ich schon wieder die nächsten Touren drehen werde. ;-)

22.12.2006; Anfahrt

Oh Gott, viel zu früh! Das ist mir noch nie passiert!
Um die Mittagszeit ist das ganze Gerümpel im Auto verstaut und in 24 Stunden soll die Fähre in Genua ablegen. Die hat zwar bisher immer stundenlange Verspätungen gehabt, aber wenn ich mal unpünktlich sein sollte, fährt sie garantiert auf die Minute genau ab.
Also tschüss gesagt und auf die Piste gen Süden. Der Tacho zeigt 16421 km, wobei er dezent die doppelte Umrundung verschweigt, die er schon hinter sich hat. Wenn technische Probleme auftreten sollten, ich in einen Stau komme oder müde werde, hätte ich also ein gutes Zeitpolster. Es kam, wie es kommen mußte: keine Probleme, kein Stau und keine Müdigkeit. Der Vitara läuft wie am Schnürchen und nur kurz vor den St. Gotthard-Tunnel geht es etwas schwerfälliger, so daß ich gegen Mitternacht, unter Mißachtung sämtlicher Fahrbahnmarkierungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen in Genua einschwebte. Die Autobahn war menschenleer und ich folgte einfach nur einem Laster vor mir, dessen Fahrer die Strecke genau so gut zu kennen schien wie Michael Schuhmacher die Straßen von Monte Carlo. :-)
Nur was macht man um Mitternacht am Hafen von Genua? Die Stadt ist bis zum letzten Winkel hell erleuchtet und am erste Parkplatz, den ich anfuhr standen lauter frierende junge Damen in, der Jahreszeit nicht angepassten, kurzen Röcken und Blusen…
Naja, für solche Spielchen ist der Vitara wahrlich zu kurz. :twisted:
Also noch schnell eine kleine Rundfahrt angehängt und einen ruhigen und dunklen Ort in den Bergen hinter Genua gesucht. Eine Schöne Gegend, die könnte man auch einfach mal so besuchen.

23.12.2006; Genua

Irgendwann morgens ging es mir ähnlich wie den Damen am Vortag, weil ich zu faul war den Schlafsack heraus zu kramen fror ich jämmerlich, es ist eben Ende Dezember. Also den Vitara wieder angeworfen und durch Täler und Schluchten zurück nach Genua. Gelobt sei mein TomTom-Navigationsprogramm, ich hätte sonst nie wieder zurück gefunden. Am Hafen erstmal einen Supermarkt gestürmt und meine Biervorräte aufgefüllt. Allerdings kostet das Zeugs in Italien so viel, da kann ich das nächste Mal den Stoff gleich in Deutschland kaufen und auf das Dosenpfand pfeifen. (PS. noch besser ist es das Bier als 5-Liter-Partyfässer zu kaufen – nix Pfand und am abendlichen Lagerfeuer findet man viele Freunde, die gerne einen mittrinken würden…)
Nächste Amtshandlung: Frühstück. Oh, ein Nordamerikanisches Spezialitätenrestaurant mit den goldenen Bögen: McFrühstück gibt es doch garantiert auch auf italienisch… Pfeifendeckel – „Scussi, wir öffnen erst ab 11:00 Uhr…“ Bin ich heute nur vom Pech verfolgt? Wo ist der blöde Clown, damit ich mich beschweren kann? Okay, dann wenigsten in der angrenzenden Espresso-Bar noch einen kleinen Muntermacher geschlürft und dann ab zum Hafen.
Ich fahre jetzt nun schon das vierte Mal nach Tunesien und wirklich jedesmal ist die Zufahrt zur Fähre eine andere. Ich verfahre mich wieder auf dem Hafengelände und werde irgendwie dort heraus gespült. Also noch einmal retour in den Dschungel von Genua – Danke lieber TomTom, bei den drei Ebenen der Hochstraße hast du es wahrlich nicht leicht gehabt, aber trotzdem hast du mich sicher zum Ziel geführt…
Die Jungs an der Eingangskontrolle schauten dann vielleicht blöd: zwei weiße Vitaras, die nach Tunesien wollten… ;-)
Dank meiner aufgeschnallten Sandbleche war wenigsten meine Reiserichtung klar: Sahara! Beim zweiten Anlauf klappte es dann besser und all die freundlichen Einweiser schickten mich fleißig immer weiter in Richtung „Kartaaaasch“. Auf einmal stand ich auf dem Abfertigungshof in der Warteschlange und durfte dem verdutzen Kontrolleur erklären (Ich kein italienisch – er nix anderes…), daß ich Mitglied einer Reisegruppe bin und der Tour-Guide mit den Tickets. Bordkarten usw. noch nach kommt.
OK, also das Handy gezückt und mal abgeklärt was Sache ist. Natürlich wartet die Truppe an einem Treffpunkt im Hafen auf mich, der so nicht abgeklärt war, weil es letztes Jahr hier noch ganz anders aussah und den ich nicht mitbekommen habe, da ich ja der erste war…
Egal ich bin schon drinnen und der Rest kann nachkommen. Genau das geht irgendwo unter und erst nach einem weiteren Telefongespräch herrscht Klarheit: „Der Volker kommt nicht mehr, der Volker ist schon da…“. Also rückt der Rest der Truppe endlich nach, aber leider zu so einem ungünstigen Zeitpunkt, daß der eigentliche Wartebereich gefüllt ist und sie auf einen Reserveparkplatz verwiesen werden. Dort standen sie dann so unglücklich, daß sie erst Stunden nach mir, quasi als das Allerletzte auf die Fähre fahren konnten. Toller Einstand :!:
Über die Verspätung der Fähre brauche ich unter Eingeweihten wohl keine Aussage zu treffen: meine geschätzten 6 Stunden wurden mit 5h45 knapp unterboten.

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Alle warten auf die Fähre; die kleinen Autos müssen alle in den „Keller“

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Organisiertes Chaos…

24.12.2006; Genua – Tunis

Okay, wir waren jetzt alle wohlbehalten auf dem Schiff und der Urlaub konnte beginnen…
Zum Abendessen das erste beschnuppern der Gruppe. Mit einigen bin ich auch ohne Touren-Fahrerei befreundet, einige kannte ich von früheren Touren und einige sah ich das erste Mal. Schaun’mer’mal, was dabei herauskommt. Die lange Warterei zerrte bei einigen schon an den Nerven und die Angst vor der bevorstehenden Überfahrt (ich sage da nur: Seekrankheit!) tat sein übriges. Nach ein paar Bierchen an der Bar ging es recht früh zu Bett, nicht ohne zuvor noch schnell die tunesischen Einreiseformulare auszufüllen und abstempeln zu lassen. Wer glaubt, die Deutschen wären bürokratisch, war noch nie in Tunesien…
Am nächsten Morgen dann ein französisches Frühstück (Kaffee, Croissant, und Brötchen mit Marmelade – also nicht der Rede wert…), ein leckeres Mittagessen und dann am frühen Abend Anlandung in Tunis. Ich durfte mit meinem kleinen Vitara im Keller stehen und wurde zudem noch zu einem beschissenenn Platz dirigiert. Einige freundliche Worte mit dem Lademeister: „Tunesien hat bei der Fußball-WM hervorragend gespielt. Schade, daß sie nicht weiter gekommen sind…“ und ein paar silberglänzende Kugelschreiber können aber in so einer Situation Wunder wirken…
Alle Tunesier mußten stehen bleiben, damit ich aus meiner Ecke raus konnte… :-)
Ein Pärchen mit einem umgebauten SJ mit LJ-Karosserie nutze die Chance gleicht mit das Schiff zu verlassen.
Draußen aus der Fähre empfängt uns Tunesien dann mit REGEN! Hey, ich bin hier um Urlaub zu machen… Stoisch winken uns die Grenzer in unsere Bahnen, um dann das gewohnte Prozedere ablaufen zu lassen: Ausweiskontrolle und Zollkontrolle, für Touristen alles etwas beschleunigt. Die armen Tunesier müssen ihre vollbeladenen Fahrzeuge komplett aus- und abräumen und nachher wieder alles verschnüren… Horror!
Ruck-Zuck bin ich aus dem Hafengelände draußen und warte wieder einmal auf den Rest der Truppe. Nach und nach trudeln alle ein, bis auf ein Paar, das im Gedränge seine Papiere verloren hat. Die finden sich dann an der Rezeption des Schiffes, wo sie ein ehrlicher Finder, samt allen Bargeldes, abgegeben hat. Ich glaube bei uns wäre das nicht so glimpflich ausgegangen.
Unser erstes Hotel ist nur ein paar Minuten vom Hafen entfernt. Gunther Schneider von Ventura-Tours, der unsere Reisegruppe leitet, kennt die Verspätungsprobleme schon seit 15 Jahren und möchte nicht mehr erst noch lange nach seinem Hotel suchen. Also die Autos vor dem Hotel abgestellt – der hühnenhafte Türsteher wird heute Nacht ein Auge auf sie haben – kurz frisch gemacht und ab zum Abendessen. Sogar ein Weihnachtsbaum blinkt wie eine Lichtorgel im Saal – Ach, wie stimmungsvoll… ;-)

25.12.2006; Tunis – Douz

Unser erster Tag in Afrika! Der Regen hat aufgehört und die Sonne begrüßt uns auf ihrem Kontinent.

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Am Strand von Tunis

Frühstücken, packen, auschecken, tanken und ab geht es in Richtung Süden. Der Regen der letzten Tage hat Nordtunesien in eine Seenplatte verwandelt. Wir fahren über die Autobahn bis kurz vor Kairouan und dann weiter über Landstraßen nach Gabes, nur unterbrochen von einer Mittagsrast und einem Kaffee+Tankstop bei Skhira. Über Matmata und einem Stop an einer der typischen Höhlenwohnungen geht es nach Westen, der Sonnen entgegen, nach Douz – dem Tor zur Sahara.

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Tunesien, eine Seenlandschaft ?

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Dem Sonnenuntergang entgegen

Im letzten Sonnenschein erreichen wir Douz – ein Höllenritt über 550 km! Die Alternative wäre ein Camp im Outback, aber irgendwie sind wir noch verwöhnt und ziehen unsere Zimmer im Hotel Le Saharien Paradies mitten im Palmenhain von Douz, mit warmen Duschen und abendlichen Büffee, dem campen weit ab der Zivilisation vor. Da zudem immer noch Weihnachten ist, lassen wir uns die festliche Stimmung nicht verderben. Einer der Teilnehmer hat eine Schwarzwälder Fichte mit auf der Ladefläche, ein anderer Christbaumkugeln im Form von kleinen Pannacotta-Kuchen, ein dritter die notwendigen Kerzen, samt Haltern und ein weiterer jede Menge Schokoladenweihnachtsmännern, von denen wir die meisten an die tunesischen Kellner, für deren Kinderschar :-), weitergegeben haben. So erstrahlt also im fernen Douz ein herrlicher Weihnachtsbaum und verkündet die frohe Botschaft: Deutsche Touristen sind da… :twisted:

26.12.2006; Douz

Douz ist so schon im Normalzustand eine quirlige Stadt, aber um die Weihnachtszeit geht dort die Post ab. Das hat jetzt nicht mit unseren Wertvorstellungen von Weihnachtstrubel zu tun, sondern eher damit, daß Ende Dezember in Douz ein Sahara-Festival statt findet, an dem sich die Berberstämme Nordafrikas treffen. Man trifft sich auf dem großen Marktplatz um Geschichten zu erzählen, zu tanzen und zu musizieren, um ein Schwätzchen zu halten und um einen Tee zu trinken. In der großen Wettkampfarena finden Kamelrennen und Schauvorführungen statt.

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Tunesische Folkloregruppe auf dem Souk von Douz (zum Video, ca. 10MB)

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Geschichtenerzähler vor hunderten von Zuhörern (zum Video, ca. 7MB)

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Die Schönheiten warten auf ihren Auftritt

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Geschäftiges Treiben auf dem Marktplatz

Unser trachten galt aber mehr dem Auffüllen unser Treibstoff- und Wasservorräte, sowie den letzten Einkäufen vor der großen Wüstentour. Mein Turbantuch, hier Cheche genannt (gesprochen Tschesch), liegt natürlich wieder einmal zu Hause. Also gleich ein neues gekauft und auch noch gleich ein Tuareg-Kreuz um den bösen Blick zu bannen. Da ich die enge Kette nicht so ohne weiteres um den Hals bekomme, ordere ich eine Sonderanfertigung mit einer extra langen Glasperlenkette. Der arme Kerl saß dann mehrere Stunden daran, die fitzekleinen Perlchen wieder auf eine Schnur auf zu pfriemeln.

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Schmuckhändler bei der Arbeit

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Hier gibt es alles was man zum Leben braucht…

Nach einem Picknick in den Dünen hinter Douz versuchten wir uns erstmals im Sand. Die Gruppe ist mit 13 Fahrzeugen und 21 Personen recht groß. Zudem hat ein Großteil der Teilnehmer keinerlei Wüstenerfahrung und so gilt es erst einmal ein Gefühl für dieses Terrain zu bekommen. Der Luftdruck wird abgesenkt, damit die Reifen eine größere Aufstandsfläche bekommen, alles Lose im Auto wird festgezurrt, da es sonst nur einem um die Ohren fliegen würde und los ging es in die ersten Dünen. Schnell hat man heraus wieviel Schwung man braucht um die Düne zu erklimmen und wieviel Reserve noch nötig ist um auch auf der anderen Seite weiterfahren zu können. Auch konnten gleich die ersten Bergetechniken ausprobiert werden, weil es einfach nicht ausbleiben konnte, daß sich hier und da jemand festfährt.

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Hier waren die Dünen noch recht zierlich

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Sobald der Sand fliegt hat man verloren

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Aber es ist immer jemand in der Nähe, der einem mal kurz von der Düne ziehen kann

Dank des höheren Fahrwerkes und der größeren Reifen schlägt sich mein Vitaralein recht wacker. Nur einmal saß ich längs auf einem Dünenkamm, den ich zwecks besserer Fotoperspektive erklommen hatte und ließ mich sicherheitshalber rückwärts wieder runter ziehen. Eine Abfahrt erschien mir wegen der Schräglage etwas zu riskant.

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Ein Vitara im Sand

Nach der Spielerei wurden die Autos noch mal vollgetankt und es ging zum Abendessen zurück ins Hotel. Danach war auch unser einheimischer Führer Amor eingetroffen und es wurden die Pläne für die nächsten Tage in der Wüste besprochen.
In unserem Hotel feiert eine algerische Schulklasse ihren Klassenausflug und so geht der Abend mit tunesischen Gesängen, bei Bauchtanzmusik und Getrommel zu Ende. Einer unserer jüngeren Mitfahrer verliert sein Herz an eine der Schönheiten aus tausendundeiner Nacht und es fällt ihm am nächsten Morgen sichtlich schwer Adieu zu sagen. :bye:
Tja, wenn man eine Reise macht, da hat man etwas zu erzählen…

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Mittendrin statt nur dabei

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Die Musik geht ins Blut (zum Video, ca. 11MB)

Fortsetzung folgt…

Mottek

Tunesien 2006.2

…und weiter geht es mit meinem Reisebericht…

27.12.2006; Ab in die Wüste

So, vorerst das letzte mal in einem Bett geschlafen, das letzte mal geduscht, das letzte mal beim, na ihr wisst schon…, etwas in Ruhe gelesen…
Heute geht es in den Grand Erg Oriental, der großen östlichen Sandwüste.
Das Gepäck wird verstaut, die Lebensmittel auf die einzelnen Fahrzeuge verteilt, wobei ich hier eine der wenigen Vergünstigungen hatte, daß ein anderer Mitfahrer meine Kiste noch in seinen Land Cruiser verstaute; der Vitara war einfach voll! Wir reihen uns in die Kolonne ein, immer ein Auto ohne Winde zwischen zwei Fahrzeuge mit Winde. Die schwächeren Fahrzeuge und Fahrer nach vorne, damit sie noch gut fahrbare Bedingungen vorfinden, die „richtigen Geländewagen“[TM] nach hinten. Als dann auch endlich unser Führer eintraf, setzte sich die Karawane langsam in Bewegung. Das Abenteuer beginnt :!:

Wir verlassen Douz in südliche Richtung und kämpfen uns durch ein Dünengebiet mit lauter kleinen Dünchen: auf und nieder – immer wieder.
Mittagsrast machen wir dann an einem Café mitten in der Wildnis. Man kennt sich hier und so ist es auch kein Problem, daß wir Tische und Stühle okkupieren und die vom Tour-Leiter mitgebrachten Speisen verköstigen. Es gibt so exotische Sachen wie Streichleberwurst, Salami, Käse und Gewürzgurken. Gut daß ich in Douz ein paar Büchsen Harissa eingekauft hatte. Zum krönenden Abschluß gab es dann noch einen frischen Kaffee vom Wirt.
Weiter geht es Richtung Nationalpark Jebil, der leider mittlerweile fast vollständig von einem häßlichen Zaun umgeben ist. Also bleibt uns nichts anderes übrig den Park auf einer Holperpiste zu umrunden.
Dann nach Süden in Richtung Tembain, eines riesigen Tafelberges in Mitten der Wüste. Eine erste Dünenkette wird problemlos gemeistert und die ausgefahrenen Spuren sagen uns, daß hier wohl ein reger Verkehr herrscht.

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Gut ausgefahrene Strecke

Etwas abseits der Piste wird dann auch schon baldig das erste Camp aufgeschlagen. Der Aufbau der Gemeinschaftszelte muß eingeübt werden und auch sonst wollten wir uns keinen Streß machen.

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Gemeinsamer Zeltaufbau

Danach baut sich ein jeder seine eigene Schlafstatt, während Gunther Schneider mit seiner Frau Lilijana sich um das Abendessen kümmerte. Meist gab es etwas Leckeres aus der Suppenküche, angereichert und verfeinert vom Chef persönlich und auf einen Nachtisch mußten wir auch nicht verzichten. Klar, daß man in der Wüste Probleme hat frische Ware zu bekommen, aber das Essen war immer schmackhaft und reichlich. Hungern auf einer Tour mag ich gar nicht!
Zwischenzeitlich war von unserem Führer Amor immer schon ein Lagerfeuer entfacht worden und meist war auch schon das erste Wüstenbrot in der Glut gebacken.
Nach dem Abendessen und dem gemeinsamen Aufräumen und Abspülen traf man sich dann am wärmenden Feuer, denn nach Sonnenuntergang wird es empfindlich kühl in der Wüste.

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Lagerfeuerromantik

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…und wenn das Lagerfeuer nicht reicht hilft vielleicht kuscheln

28.12.2006; Tembain

Die Nacht war kühl und feucht. Nicht was ihr schon wieder denkt… :-) Es hatte in der letzten Zeit recht heftige Regenfälle in Tunesien gegeben und auch die Wüste hat so einiges davon abbekommen. Der Sand war schön feucht und fest, was zwar für das Fahren toll war, aber der Camp-Abbau verzögerte sich auch nicht unerheblich, weil alle Zelte und alle Dinge die nachts draußen blieben auch klamm und feucht waren.

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Sonnenaufgang im Nebel

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Eine wärmende Tasse Kaffee – ohne das würde ich nicht mitfahren…

Nach einem ordentlichen Frühstück, natürlich wieder mit selbstgebackenen Wüstenbrot, wurde dann das Camp abgebaut und es ging wieder auf die Piste. Unser heutiges Ziel waren die Berge des Tembain, zwei riesige Tafelberge aus Korallen- und Muschelgestein mitten in der Sandwüste. Zwischen den Bergen hindurch ging es hinunter in eine Senke mit einem uralten Karawanenbrunnen. In den steinigen Boden wurde vor unendlicher Zeit ein 50 m tiefes Loch gegraben, nur leider ist dieser Brunnen, wie so viele andere mittlerweile versiegt.

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Zwischen den Tafelbergen

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Auch kleine Sandhaufen können ihre Tücken haben

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Am Bir Tembain

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Gruppenfoto mit Brunnen

Auf der gleichen Spur ging es dann wieder aus dem Tembain-Becken hinaus. Am Jebil, was einfach nur Berg heißt, machen wir eine Mittagsrast und dann nahmen wir Kurs auf die Oase Ksar Ghilane. Ein Stück folgten wir der autobahnbreiten Piste um sie dann nach Süden zu verlassen und mitten im Niemandsland des Erg Zmilet unser Lager aufzuschlagen. Der Aufbau der Zelte ging nun auch viel einfacher von der Hand und so blieb auch genügend Zeit den herrlichen Sonnenuntergang zu genießen.
Auch mein neues Zelt bewährte sich bestens. Dank eines patentierten Mechanismus wir es mit einem Handgriff, wie ein Regenschirm, aufgespannt. Mit 145 cm Innenhöhe und einem kleinsten Durchmesser von 240 cm ist es auch groß genug, daß man sich darin noch bewegen kann.

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Mein neues Superzelt ;-)

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Vitara im Sonnenuntergang

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Faszinierendes Farbenspiel am Abendhimmel

Abendessen und Lagerfeuer schlossen auch diesen Tag ab.

29.12.2006; Ksar Ghilane

Das morgendlich Warten auf den Sonnenaufgang. Vorher ist es einfach zu kalt um den wärmenden Schlafsack zu verlassen. Brrrr. Sobald die Sonne scheint kann man es wagen die Nase wieder aus dem Zelt zu strecken. Das Frühstück mit heißen Kaffee lockt und so überwindet man den inneren Schweinehund.
Schlafsack und Luftmatratze zusammen legen, das Zelt abbauen, das ganze Gerümpel wieder ins Auto räumen und fest verzurren. Das Ganze wird mittlerweile zur Routine. Auch daß einige Heißsprorne morgens noch ein bisschen mit dem Pickup spielen und sich dabei regelmäßig festfahren und wieder von der Düne gezogen werden müssen. ;-)

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Morgendliche Frühgymnastik

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Holztransporter

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Im Formationsflug über die Piste

Nach einen Abstecher ins Bibène-Gebiet zum Holzsammeln geht es wieder auf die Piste nach Osten. Nach der obligatorischen Mittagsrast am einem Café, kurz vor dem berüchtigten Dünengürtel, geht es immer weiter unserem heutigen Ziel entgegen: Die Oase Ksar Ghilane mit dem dazugehörigen Fort in den Dünen.

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In Reih und Glied am Aussichtspunkt

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Die alte Festung versteckt sich im Sand

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Westliche Auffahrt zum Fort

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Vitara-Video (zum Video, ca. 5,5MB)

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Im Hintergrund ist die Oase zu erkennen

Nachdem wir ausgiebig das alte Gemäuer inspiziert, bzw. andere ihr Vehikel wieder aus dem Sand geborgen hatten, sollte nur noch der Katzensprung in die Oase gefahren werden, um den Tag gemütlich am Pool ausklingen zu lassen. :twisted:
Leichter gesagt, als getan! Die Spur war dermaßen zerfahren, daß wir aller größte Mühe hatten da durch zu kommen. Ein steiler Hang erwies sich für einige als fast nicht zu schaffen, ein andere Teilnehmer stand in bedrohlicher Schräglage in einem Sandloch und konnte erst durch das beherzte Eingreifen eines Berge-Unimogs sicher aus seiner mißlichen Situation befreit werden. Und bei der wilden Hatz durch die Sandberge driftet ich aus der Spur und stand auf einmal mit dem linken Vorderrad auf einem Kamelgrasbüschel, das recht grüßend in die Luft erhoben. Aber genau das ist der Grund, warum man nicht alleine solche Touren unternehmen sollte. Der Kollege hinter mir zog mich mal kurz wieder runter und schon ging die Fahrt um den Busch herum weiter.

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Gerade so geschafft

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Das letzte Stückchen fehlt einfach noch

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Vitara in Not

Mit einbrechender Dunkelheit erreichten wir endlich alle die Oase und schlugen unser Camp im Tamariskenhain auf. Die Bäume schützen gut vor Kälte und Nässe, so daß wir uns den Aufbau des Gemeinschaftszelts sparten. Lieber gingen wir gleich an den warmen Pool um uns den Dreck der letzten Tage abzuspülen.

Im Pool von Ksar Ghilane liegen, den Sternenhimmel über sich und eine Büchse Bier in der Hand – Herz was willst du mehr ???

Fortsetzung folgt…

Mottek

Tunesien 2006.3

…danke für die Lorbeeren, aber ich bin doch noch gar nicht fertig…

30.12.2006; Am Brunnenhäuschen

Der heutige Vormittag war als Ruhetag geplant und so wurden all die Dinge erledigt, für die man während des Fahrens so keine Zeit hatte. Ich kam endlich dazu meine zwanzig Ansichtskarten zu schreiben, welche ich seit Douz mit mir herum schleppte, nur in ganz Ksar Ghilane gibt es keinen Briefkasten. :-( Selbst im großen Beduinenzelt-Hotel wollte oder konnte mir keiner helfen. Wenigstens nutze ich die Gelegenheit und bestieg mal den Aussichtsturm im Hotel um mir die Oase mal von oben zu betrachten. Die Jungs vom kleineren Campingplatz erbarmten sich dann meiner und gaben die Karten einem der Touristenkutschern mit, der sie dann in Douz einwerfen sollte.
Na ja, drei Wochen später waren diese dann endlich bei den Adressaten… ;-)
Die Fahrzeuge wurden noch mal durch gesehen und die Treibstoffreserven wurden kontrolliert. Ich füllte den ersten Kanister in den Tank. Bis dahin hatte der Vitara ungefähr 30 Liter verbraucht. Nicht schlecht, für 240 km Wüste in drei Tagen. Ich hatte ja noch drei volle Kanister dabei, damit käme ich noch ein paar Kilometer weit…

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Unter den Tamarisken von Ksar Ghilane

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Offroad-Tankstelle

Kurz vor Mittag verließen wir die Oase, natürlich nicht ohne nochmals kurz am Pool vorbei gesehen zu haben. Dabei dürfen wir auch nochmals die Touries bestaunen, die mit einem Kamel als Lasttier zu Fuß in die Wüste marschierten… Für was hat man denn Autos?

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Der Pool von Ksar Ghilane, bei uns würde man ein Kurbad daraus machen…

Heute sollte nur eine kurze Etappe gefahren werden. Ziel war das Brunnenhäuschen am Bir Gif el Boum (oder so ähnlich…) im Qued el Bibène. Über staubige Pisten ging es zurück in Richtung Douz, über den berüchtigten Dünengürtel, mit Mittagspicknick am Café, dann eine kurze Strecke durch ein Trockental und schon liegt am frühen Nachmittag das marabutartige Gebäude vor uns. Eine Gruppe Geländewagen die von Westen kommt will wohl das gleiche Ziel anfahren, aber wir waren schneller..

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Über staubige Pisten

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Tee-Time am Brunnenhäuschen

Sollte es das für heute gewesen sein? Der Tag war noch jung und die Dünen sind in greifbarer Nähe. Nach kurzer Absprache fanden sich dann noch ein paar Unermüdliche, ein Bäumchen mitten im Sand wurde als Ziel auserkoren und ab ging es in die Sandberge. Ein Riesenspaß! Der Sand war fest und tragfähig, so daß die Dünentäler und -kämme eine riesige Achterbahn bilden – hoch und runter.

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Eine riesige Achterbahn

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Am Ziel

Natürlich geht die Spielerei nicht ohne Pannen ab. Jeder hängt irgendwann mal fest und muß wieder frei gezogen werden. Aber dafür sind wir ja hier!
Mich erwischte es an einer kurzen steilen Dünenflanke, wo es unten in einer Linkskurve weiter gehen sollte. Der Sand ist so fest, daß ich mit dem Vitara-Heck darin hängen bleibe und die Hinterräder nicht mehr den Boden erreichen, der rechte Vorderrad steht schon auf den nächsten Düne und das Linke dreht frei in der Luft. Mist! Gut daß wir alle CB-Funk haben und die Kollegen in der Nähe sind.

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Zu wenig Schwung

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Zu eng

Wie schon gesagt: es war eine geile Fahrerei und wir wollten ansich gar nicht mehr runter ins Lager, aber die Sonne ging so langsam unter, die Schatten wurden immer länger und beim hochfahren zum Dünenkamm schaute man direkt in die Sonnen und konnte dann anschließend nur schwer erkennen wie es nun weiter geht. Also trollen wir uns wieder ins Camp, wo wir noch stundenlang von den Dünen schwärmten.
Der Abend wurde dann noch von einem phantastischen Sonnenuntergang gekrönt, welcher die Dünenkette hinter uns in ein zartes rosa tauchte. Die untergehende Sonne hinter dem Brunnenhäuschen und die Venus direkt über dem Horizont ergaben noch so manch tolles Fotomotiv.

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”Dünen”glühen

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Abendstimmung

Wir dachten schon der Abend wäre nicht mehr zu toppen, da servierte Gunther Schneide das Abendessen: Sauerländer Rouladen mit Rotkohl… Mmmhhhh, Lecker!
Daß der Abend dann gemütlich mit ein, zwei Bierchen am Lagerfeuer endete brauche ich, glaube ich, nicht mehr extra zu erwähnen.

31.12.2006; Sylvester

Auch heute morgen haben wir wieder dichten Nebel. In Verbindung mit dem Brunnenhaus und den kleinen Sanddünen kommt unvermittelt der Eindruck eines Friedhofs auf, mit Kappelle und frisch aufgeworfenen Grabhügeln. Gruselig…
Zudem mach meine Digitalkamera zicken, so daß ich wieder meine gute alte Oplympus APS-Kamera heraus kramen muß. Deswegen gibt jetzt hier und da ein anderes Bildformat.

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gruselige Morgenstimmung

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Warten auf die Abfahrt

Frühstücken, Camp abschlagen – die übliche Routine. Heute geht es erstmal wieder zurück in die Zivilisation – nach Douz. Wir fahren vom Brunnen in gerade Linie zum Café Porte du Sahara, Dabei überqueren wir mehrere Dünenfelder. Heute geht das nicht ganze so problemlos wie in den letzten Tagen. Einige Fahrzeuge müssen wieder frei geschleppt werden und einer verliert sogar sein Reserverad unter der Pickup-Ladefläche.

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Hängt!

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So ein blödes Sandloch

Während die “richtigen Geländewagen”[TM] noch im Sand “spielen”, fahre ich meinen Vitara mal auf ein Sanddüne um ein paar Poser-Fotos zu machen. Eine Eisdiele gibt es hier ja nicht… :twisted:

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Ist noch Platz im nächsten VFF-Kalender?

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…und noch ein Bild von vorne…

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…und einmal rund herum…

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Oder lieber das: Die große Freiheit ruft…

Im Café machen wir unsere Mittagspause und fahren dann über eine übele Piste weiter nach Douz zum tanken und zum einkaufen. Früher konnte man hier noch richtig schön heizen, aber nun ist die Strecke von Sandverwehungen nur so übersät. Der weichgefahrene Sand (Fesch-Fesch) in den Spurrillen tut sein übriges um ein Vorwärtskommen zu behindern.

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Mittagspause

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Schon wieder Kaffeetrinken

Nach dem Auffüllen der Vorräte und einem Kaffee auf dem Marktplatz von Douz geht es über Asphalt nach Sabria, einem kleinen Ort südwestlich von Douz. Dort hat man ein altes Französische Fort wieder aus dem Sand ausgegraben und nutz dies nun als Restaurant und Campingplatz.
Für die Sylvesternacht ist dort ein Tunesische Abend organisiert worden – so richtig auf der Tourie-Schiene… ;-)

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Vor dem alten Fort

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Wo geht diese Telefonleitung wohl hin?

Na gut, eine richtige Toilette und Wasser zum Duschen und Waschen haben aus seine Vorteile. Nach ausgiebiger Körperpflege starteten wir mit Glühwein am Lagerfeuer in den Abend. Die aus Douz bekannte Folkoregruppe trat auf, mitsamt der Dudelmusik, Bauchtanz und Jonglageeinlagen. Unter Beduinenzelten wurde dann traditionelles Tunesisches Essen serviert und ruckzuck vergingen die Stunden bis Mitternacht.

24:00 Uhr – Prost Neujahr :!:

Das neue Jahr wurde ordentlich mit Sekt begossen. Das mitgebrachten Feuerwerk wurde abgebrannt und endlich konnte ich die blöden Raketen aus dem Auto räumen, die mich die letzten Tage immer
wieder genervt haben, weil ich ja die Holzstäbe nicht abbrechen wollte. Die anwesenden Tunesier waren hellauf begeistert, so daß ich zum Schluß meine Raketen an die Jungs verschenkte damit diese sie starten konnten. Wie die kleinen Kinder… :-D
Um 01:00 Uhr wurde dann das Notebook heraus geholt und “Dinner for one” gezeigt – Was muß, das muß :!:

Nach dem reichlichen Genuß alkoholische Getränke endete der Tag dann irgendwann früh morgens. Das neue Jahr hatte angefangen und als erstes stand Ausschlafen auf dem Plan. Das neue Jahr könnte nicht besser beginnen…

Einen hab‘ ich noch…

Mottek

Tunesien 2006.4

…so, nun zum letzten Teil meines Reiseberichtes, ich hoffe ich habe bis hierhin keinen gelangweilt!

01.01.2007; Neujahr

Ausschlafen war dann doch nicht so. So ein Zelt ist eben kein ruhiges Hotelzimmer und eine Luftmatratze eben kein breites Bett. Zudem taten einem noch die Knochen weh vom Abend zuvor, als wir stundenlang im Schneidersitz vor den niedrigen Tischchen in den Beduinenzelten gehockt haben.
Egal, neuer Tag – neues Glück!
Das Frühstück viel heute aus, dafür gab es am späten Vormittag einen leckeren Brunch; sogar geräucherter Lachs wurde aufgefahren.

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Noch ein bisschen müde vom Vortag

Nachdem wir uns alle gestärkt hatten und zum Abmarsch bereit standen, wurde ein Track bzw. eine Route ausgeteilt und wir in drei Gruppen aufgeteilt. Die beiden ersten Gruppen sollten sich anhand der Koordinatenpunkte selbständig ihren Weg durch das vor uns liegende Gewirr aus kleinen Chotts und Sanddünen suchen. Die dritte Gruppe um den Tour-Guide behauptete das alles schon zu kennen und eine Abkürzung fahren zu wollen um das Camp herzurichten bis der Rest dann endlich eintrudelt.
Die Warnung noch in den Ohren, möglichst nur dort zu fahren wo erkennbare Reifenspuren die Befahrbarkeit vermuten lassen (was allerdings mehr für die Chott-Durchfahrten gedacht war, wie es sich später herausstellte…), fuhr ich vorne weg und der Troß folgte mir. Die Gruppe war der Ansicht, daß ich mit meinem leichten Suzuki vorneweg fahren sollte, da das Autochen leichter zu bergen sei als ein “richtiger Geländewagen”[TM]. Selbstredend, daß ich ihnen diesen Spaß nicht gegönnt habe!
Mit den Reifenspuren ist das auch so eine Sache; auch Eselskarren hinterlassen solche. ;-) Es ist schon erstaunlich, wo die Tunesier mit den Dingern überall herumfahren und welche Dünen sie damit überwinden. Ein mancher Geländewagen hatte da seine Probleme.
Irgendwie führten uns die gefunden Spuren aber nicht zu den eigentlich geplanten Wegpunkten, so daß wir beschlossen es reiche zur Aufgabenerfüllung sie von Ferne gesehen zu haben. :-)
So zogen wir weiter Richtung Südwesten, bis wir bemerkten, daß Gruppe Drei hinter uns fuhr… Wir blockierten deren “Abkürzung”. ;-)
So kam es wie es kommen musste, unsere Gruppe erreichte als erste das Ziel des heutigen Tage, den Bir Feggoussi, einen alten, aufgelassenen Palmenhain, in der Mitte des Sandmeeres.

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Strategische Beratung – wie geht es weiter?

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Erster :!:

Die Proteste der zweiten Gruppe, wir hätten die Wegpunkte gar nicht angefahren, übergingen wir geflissentlich. Wie sangen schon Queen: “No time for loosers; we are the champions…” ;-)
Die übliche Routinearbeiten zum Abend, Camp und Küche aufbauen, Zelte aufstellen und Lagerfeuer entfachen waren schnell erledigt. Endlich konnten sich die, die ganze Zeit unnötig mitgeschleppten , Sandbleche nützlich machen; zum Abdecken von zwei offenen Brunnenlöchern.

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Für was hat man den Sandbleche?

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Unvergesslicher Sonnenuntergang hinter Palmen

Der Abend endete wie üblich am wärmenden Feuerchen und die einzige Sorge galt den sich rapide verringernden Alkoholvorräten. ;-)

02.01.2007; Sandrosen

So langsam geht unsere Reise zu Ende und man macht sich Gedanken um diverse Mitbringsel. Heute war die Fahrt zu einem Sandrosen-Feld geplant um sich mit den bizarren Schönheiten der Wüste einzudecken. Über kleine Buckeldünen und brettflache Chotts ging es zu einer großen Ebene, über und über bedeckt mit kleinen Haufen von Sandrosen in allen Größen und Formen. Durch geschicktes Timing ;-) ist meine Kiste mit den Biervorräten jetzt leer und so wandern die Gipsausblühungen, eine schönere als die andere, gepolstert durch einige Schaufeln Sand, in diese hinein. Die Jungs, die mir helfen die Kiste wieder zu verladen, heben sich fast einen Bruch daran.

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In voller Fahrt über den Chott

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Unser Führer Amor mit seiner Ausbeute an Sandrosen

Nachdem sich alle ihre Sandrosen gesammelt und sich am Mittagstisch gestärkt haben geht die Fahrt weiter nach Südwesten, zu unserem letzten Nachtlager außerhalb der Zivilisation, zum Brunnen Bir Mehdeth. In Gegensatz zu den zuvor besuchten Brunnen gibt es hier noch Wasser und rund um den Brunnen hat sich eine kleine Vegetationszone gebildet. Die Frage ist nur wie lange noch, denn früher hätte hier mal ein richtiger Palmengarten existiert, von dem jetzt nur Reste übrig wären, berichtet unser Tour-Guide Gunther Schneider.

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Nachtlager am Brunnen Bir Mehdeth

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Die Wüste abschiedet sich mit einem letzten grandiosen Sonnenuntergang

Die Sonne verabschiedet sich nochmals mit einem grandiosen Lichtspiel und der Vollmond steht hoch am Firmament und erleuchtet die Nacht taghell. Nach dem Abendessen trifft man sich im großen Kreis um das Lagerfeuer, erzählt noch ein paar Geschichten und Geschichtchen, die nun wirklich allerletzten Alkoholika werden selbst geleert oder brüderlich verteilt (Wie immer bei so großen Gruppen gibt es natürlich auch unrühmliche Ausnahmen…) und man verabschiedet sich so langsam von der Wüste. Morgen geht es zurück in die Zivilisation.

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Der letzte Abend am Lagerfeuer

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Mondhelle Nacht

03.01.2007; Unfall

Ein letztes Mal das Camp abbauen, Schlafsack und Luftmatratze verstauen, das Zelt abbauen und dann alles wieder ins Auto räumen, verstauen und fest zurren. So langsam hat man sich daran gewöhnt. Es geht zurück nach Douz, wo eine warme Dusche, ein reichhaltiges Abendessen-Büffee, ein paar kühle Bierchen und anschließend ein richtiges Bett auf uns warten. Die Wüste macht einem Bescheiden.
Ein letztes Mal geht es über versandete Pisten und topfebene Chotts. Den Spaß muß man auskosten solange es noch geht…

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Auf dem Rückweg fahren wir gegen die windabgewande, steilabfallende Seite der Dünen

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Wie auf einer Autobahn

Daß die Chotts tückisch sind hatten wir schon am Vortag “erfahren”. Der Boden sieht zwar fest und tragfähig aus, ist aber im Gegenteil recht weich und die Autos versinken darin etliche Zentimeter, wenn man die festgefahrenen Spuren verläßt. Der Boden ist richtiggehend Kräfte zehrend und selbst mit Vollgas kam ich kaum über die 60 km/h hinaus. Trotzdem schwärmen wir in breiter Front aus und jeder sucht sich seinen Weg, das grenzenlose Gefühl der Freiheit genießend.
Dann passierte, was so eigentlich nicht passieren sollte. Ein Mitfahrer übersieht bei voller Fahrt das 50 cm hohe Dünchen am Ende des Chotts, das Auto wird in die Höhe katapultiert und schlägt nach drei Metern freiem Flug mit der Schnauze voran wieder in die Düne. Wie bei einem Granateinschlag spritzt der Sand in alle Richtungen davon. Das Auto macht einen halben Kopfstand und fällt dann wieder auf alle vier Räder zurück. Gottseidank ist der Fahrer angeschnallt und ihm passiert nichts. Das Glück hat die Vorderachse leider nicht; die massive ARB-Windenstoßstange hat zwar einiges abgefangen, aber das rechte Vorderrad hat etwas abbekommen und der Wagen steht irgendwie X-beinig da.

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Vorderachse gebrochen

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Einsam steht ein Auto im Chott

Krisenmanagement ist angesagt. Nach dem klar war, daß keine Personenschäden zu verzeichnen sind wird das aus der Vorderachse auslaufende Öl aufgefangen und der Schaden begutachtet. Schnell ist klar: Das Auto fährt so keinen Meter mehr!
Gut daß das Mobiltelefonnetz in Tunesien recht gut ausgebaut ist und wir nicht mehr weit vom nächsten Ort entfernt sind. Der Abschleppdienst in Douz wird benachrichtigt und zur Unfallstelle beordert. Derweil zieht sich der Rest der Mannschaft, erst einmal zur Mittagsrast an eine nur wenige hundert Meter entfernten Quelle zurück. Die Stimmung ist nun nicht mehr ganz so fröhlich und das Warten beginnt.
Der Abschlepper kommt und kommt nicht bei und irgendwann reist der Geduldsfaden. Daran, daß in Tunesien nicht alles so schnell geht, sollte man sich gewöhnen, aber hier läuft irgend etwas schief. Also wechselt man auf eine 3-Gruppen-Strategie: ein Fahrzeug bleibt beim Verunfallten, zwei weitere fahren mit dem einheimischen Führer zur nächsten Hauptstraße und schauen wo der Abschlepper bleibt und der Rest der Gruppe fährt mit Gunther Schneider eine andere Strecke, ebenfalls Richtung Hauptstraße und dann weiter nach Douz ins Hotel. Die geplant Ausfahrt an den großen Salzsee Chott el Jerid muß aus verständlichen Gründen entfallen. Wir streifen auf der Rückfahrt nur ein paar Ausläufer.
Spätnachmittags sind wir dann wieder in unserem Hotel Saharien Paradies in Douz. Schnell noch die Autos getankt und dann ab unter die warme Dusche. Herrlich. Leider ist das zum Hotel gehörende Thermalwasser-Schwimmbad nur mit kaltem Wasser gefüllt, sprich es läßt keiner warmes Wasser nachlaufen. Ärgerlich, da ich mich schon auf ein paar Runden im Pool gefreut hatte.

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Ausläufer des Chott et Jerid

Kurz vor dem Abendessen trafen dann auch der Havarist und sein Bergetrupp im Hotel ein.
Über die Bergeaktion, bei der ich leider nicht dabei war, werden wohl noch in Jahren an den Lagerfeuern berichtet werden: Statt eines kräftigen Unimog schickte der Abschleppdienst einen altersschwachen Landy mit selbstgebastelten Kranaufbau. Beim Anheben des Unfallwagens bogen sich schon die Blattfedern und der Kran, so daß jeder dacht “Gleich bricht die Kiste zusammen”. Beim Losfahren hoben sich die Vorderräder des Landy, wie beim Traktor-Pulling, in die Höhe und in der ersten Düne steckte er dann fest. Ein weiteres Fahrzeug mußte vor den Landy gespannt werden um diesen zu ziehen, gleichzeitig schob das Unfallauto, dessen Hinterachse ja noch in Ordnung war.

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Legendäre Bergeaktion

In Douz wurde der Unfallwagen dann begutachtet und, da eine Reparatur dort technisch und zeitlich nicht möglich war, gleich auf einen Autotransporter verfrachtet und nach Tunis geschickt. Wenn man Tunesien mit dem Auto betritt wird dieses in den Reisepaß eingetragen und ohne kommt man nur mit großen Schwierigkeiten wieder raus. Jedenfalls saßen Gunther Scheider, der Unfallfahrer, unser Führer und der Chef vom Abschleppunternehmen noch bis tief in die Nacht um den ganzen Papierkrieg zu bewältigen.

Der Rest feierte derweil seine letzte Nacht in Douz.

04.01.2007; Douz – Tunis

Alles geht einmal zu Ende und so auch unser Aufenthalt in der Wüste. Frühmorgens, gleich nach dem Frühstück, verließen wir Douz und machten uns wieder auf den Weg nach Tunis. Diesmal fuhren wir über Kebili, dem Chott el Fejaj (dem nordöstlichen Ausläufer des Chott el Jerid), an den Resten des römischen Limes in Afrika vorbei und über Gafsa in Richtung Kairouan um gleich dahinter über die Autobahn nach Tunis zu gelangen. Ich kann nicht sagen was schlimmer ist, gegen die tiefstehende Sonne nach Douz zu fahren oder in den Feierabendsverkehr von Tunis hinein zu geraten. Wenn einem dann noch ein paar trottelige Österreicher mit ihrem Expeditions-Mobil fast von der Straße kicken, wird es auch nicht lustiger…

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So weit man sieht: nur Salzsee

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Am Limes, wie zu Hause ;-)

In Tunis waren wir auch wieder im gleichen Hotel am Hafen. Nach dem Abendessen ging es dann in die hauseigene Disco, es galt die letzte Nacht in Afrika zu feiern.

05.01.2007; Tunis – Genua

Machen wir es kurz; der Urlaub neigt sich langsam seinen Ende zu. In La Goulette, dem Hafen von Tunis, tanke ich noch mal alle Kanister und Tanks voll. Bei einem Sprittpreis von umgerechnet 0,67 €uro wünscht man sich einen größeren Tank. Wir fahren recht zeitig zur Fähre und werden fast durchgewunken, in Nullkommanichts sind alle Formalitäten erledigt und ich stehe schon vor der Laderampe. Und was ist mit meinen Mitbringsel? Also erst noch das Auto an die Seite geparkt und hinein in den Souvenierladen, die letzten Dinar auf den Kopf zu hauen. Die Zöllner schauten zwar skeptisch, aber der Verkäufer war nachher mein Freund. ;-)
Auf der Fähre durfte ich mal wieder oben stehen; Glück gehabt dachte ich…
Die Fähre legte dann auch relativ pünktlich ab, nur eine Stunde Verspätung und die Auslastung lag im Rahmen des üblichen
Das Mittelmeer zeigte sich von seiner rauhen Seite und beim Abendessen fehlten dann schon einige.

06.01.2007; Genua

Am nächsten Morgen ist es dann ruhiger, wenn das Schiff unter Land an Sardinien und Korsika vorbei fährt.
Genua erreichen wir fast pünktlich und das Geschiebe und Gedränge zu den Autodecks beginnt. Da wir alle relativ weit vorne stehen hoffen wir auch gleich raus zu können, Daß das Mitteldeck erst leer gefahren wird ist ja noch zu verstehen, daß dann aber erst das Nachbardeck ausgeladen und dies dann hoch und runter gefahren wird um ein paar LKWs raus zu lassen… Ob da auch jemand Kugelschreiber dabei hatte?
OK, zwei Stunden später war ich dann endlich auf der Autobahn Richtung Norden. Die italienische Grenzformalitäten beschränken sich zwar nur auf einen Zettel, dafür ist das dortige Chaos bei der Ausfahrt um Längen schlimmer als in Tunesien.

Um 21:00 Uhr war ich dann bei Freunden in Ulm. Ansich wollten wir in die Pizzeria, aber die Mitfahrer kamen einfach nicht bei: den einen erwischte ein kapitaler Motorschaden gleich hinter Bregenz, die anderen hatten noch mit einem Plattfuß und mit Batterieprobleme zu kämpfen.

Karte

Damit man eine Vorstellung bekommt, wo wir in Tunesien herum gekurvt sind:
– Oben in der Mitte ist die Oase Douz am Chott el Jerid
– Unten in der Mitte findet sich das Becken des Tembain
– Unten – Links findet sich die Oase Ksar Ghilane
– Unten – Rechts ist dann der Brunnen Bir Mehdeth
Das Satellitenbild erstreckt sich ca. 120 km Ost – West und ca. 100 km Nord – Süd

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Fahrstrecke Tunesien 2006

Fazit

Zu Hause hatte ich dann 19790 km auf dem Tacho, In zwei Wochen bin ich knapp 3370 km gefahren. Den Verbrauch habe ich nicht aufgeschrieben, aber wenn man den Wagen auf der Autobahn gleichmäßig laufen läßt hält er sich in Grenzen. Einen Liter Öl habe ich auch nachgefüllt, was bei einem Motor mit fast 220.000 km auch nicht schlimm ist.
Bis auf das Problem mit der Fahrertür, die nun beim öffnen durchhängt, verlief die Fahrt ohne technische Pannen und auch das Durchhängen der Tür ist kein spezifisches Problem dieser Wüstentour, sonder eher ein Problem des Alters…

Ventura-Tours und Gunther Schneider als Reiseveranstalter kann ich nur empfehlen. Neben Voll-Verpflegung, kompetenter Touren-Führung und individuell auf die Teilnehmer abgestimmter Touren stimmt auch im Fall des Falles das Krisenmanagement.

Ich hoffe euch haben meine Ausführungen gefallen und vielleicht trifft man sich ja einmal am Pool von Ksar Ghilane zu einen Kaffee. :cafe:

Mottek

Tunesien 2006.Bonus

Hallo Leute;

Anbei habe ich noch ein paar schöne Bilder und Anekdoten, welche ich bei meinem großen Reisebericht ausgespart habe. Man muß uns ja im Internet nicht ewig beim Verspern und Pausemachen betrachten oder sich das Maul darüber zerreißen, welches nun der bessere Geländewagen ist. Vielleicht ist es nur Zufall, daß ich den einen oder anderen festhängenden Wagen öfters abgelichtet habe oder auch nicht… 😉

Jedenfalls habe ich hier noch ein paar persönlichere Bilder zusammen getragen. Ich habe diese Serie nicht im Internet veröffentlicht und habe dies auch nicht vor, noch wollte ich sie an Leute verschicken, die nicht bei der Tour dabei waren, weil die einfach nicht mitreden können. Ich bitte darum, daß ihr das genauso handhabt und diesen Bonus-Teil meines Reiseberichtes von unserer Sylvester-Tour 2006 nicht wahllos weiterleitet.

So, genug geredet, hier die Bilder…

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Prost! Die Reise kann losgehen…

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Leckeres Frühstück in Tunis

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Und schon wieder beim essen

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”Die armen Schafe, ich kann jetzt kein Schafsfleisch mehr essen…”
Aber Schafsfelle kaufen? Ob die Schafe diese wohl freiwillig ausgezogen haben? 😉

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4×4-Werkstatt in Douz

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Vermummungsverbot

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Wenn er sitzt, dann sitzt er…

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”Ich bin die Zuckerpuppe, aus der Bauchtanztruppe…“

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Tanzende Derwische 😉 (zum Video, ca. 11MB)

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Bis zur bitteren Neige…

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Kampf mit den Zeltstangen

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So kann man das Leben genießen…

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Na, wer macht das schönste Foto?

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Hmmmm, das schmeckt!

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Lauter Schaulustige

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Grübel… wie komme ich da hoch?

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Die Wachposten beobachten die Bergeaktion…

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…und Amor grinst von einem Ohr zum anderen

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Auf der Mauer, auf der Lauer, …

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Das Damenteam am Berg der Verzweiflung

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Und es wollte einfach nicht klappen

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Tunesischer Schaukelstuhl

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Full Speed

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Wo geht es denn hier weiter?

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Kein Netz! Macht nichts, es sind ja auch keine Fische da…

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Sonnenaufgang am Bir Gif el Boum

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Wir waren hier…

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Jubel…

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Olympiada Cervezera

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Da strahlen Zwei um die Wette

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”Ramontischer” Sonnenuntergang

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Safari in Tunesien

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Festgefahren

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Lagerfeuerromantik

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Aua, hier fehlt ein Stück Reifenspur

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Der Sand steckt bis in den Federn

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Auf der Rückfahrt

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Joschka, unser Wachhund

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Stürmische Überfahrt

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Wir freuen uns alle auf das nächste Mal

So, ich hoffe euch haben die Bilder gefallen.
Wenn nicht, müssen wir wohl nochmals runter fahren und neue machen. 😉

Bis demnächst, sei es auf einer Düne bei Ksar Ghilane oder in einem Schlammloch in Ungarn oder auf einsamen Schotterpisten in den Alpen…

Volker

Westalpen 2006.5

So, einen hab ich noch…
Ich muß dann mal langsam zum Schluß kommen, denn der schönste Urlaub geht irgend wann mal zu Ende…

17.07.2006; Assietta
Die Nacht über kam ein Unwetter herunter und über dem Lac du Mont Cenis und den umliegenden Bergen hingen die Wolken immer noch recht tief. Aber was soll man machen, solange es nicht regnet und gewittert kann man es immer versuchen eine schöne Piste zu befahren… Ich war ja nicht zum Vergnügen hier… ;-)
Also wieder hinunter nach Susa und auf der anderen Seite hoch zum Colle delle Finestre (2176 m, Kz 420). Die schönen, enge Kehren brachten mein Navi ganz schön durch einander, das ständige „Bitte wenden sie nach Möglichkeit!“ zerrte an den Nerven. Grrr. Durch dichten Wald geht eine herrlich geschwungene Asphalt-Piste bergauf um dann über Schotter bis zu Paßhöhe weiter zu führen. Im Susa-Tal standen immernoch die Wolken und es sah toll aus, wie diese über den Paßeinschnitt ins Nachbartal waberten.

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Kurz unterhalb des Colle delle Finestre

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Die letzten Kehren im Nebel

Vom Colle delle Finestre geht es erstmal wieder bergab bis zu Pian dell‘ Alpe (1917 m) und von dort auf die Assietta-Kammstraße (2567 m, Kz 423). Anfangs neu asphaltiert, zieht sich der Weg in Höhen von 2000 – 2500 Meter 35 km lang über den Höhenrücken zwischen den Susa- und dem Chisone-Tal (wo viele Austragungstätten der letzten olympischen Winterspiele liegen). Im späteren Verlauf wechselt der Belag in Schotter und führt am südlichen Berghang immer weiter ins Tal hinein.

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Wolken auf der Assietta-Kammstraße

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Nach der nächsten Kurve sieht die Welt ganz anders aus

Die Straße steigt an der Testa dell‘ Assietta bis auf 2567 Meter hinauf. Auf dem Gipfel befinden sich Befestigungsanlagen aus kriegerischeren Zeiten und eine Tafel erinnert an die Assietta-Schlacht welche hier 1747 tobte. Heute lag der Berg unter einem friedlichen Sonnenschein und die Wolken standen in den umliegenden Bergen, als ob diese brennen würden.

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Gedenkstein an der Testa dell‘ Assietta

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Befestigungsanlagen über den Wolken

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Brennende Berge?

Weiter ging es Richtung Westen, mal links, mal rechts des Grates. Wieder einmal fielen mir die vielen Schmetterlinge auf, welche über die Almwiesen flatterten und einer tat mir sogar den Gefallen sich wärend meiner Mittagspause zu mir zu gesellen. Dafür hat er hier einen Extraplatz verdient. :-)

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Das Wetter wurde wieder schöner

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Stillhalteabkommen

Am Ende des Wege hat man dann herrliche Ausblicke auf den Mont Chaberton (3136 m, Kz 418) und kann sich die Auffahrt um Mont Jafferau (2801 m, Kz413) aus der Ferne betrachten. Leider fehlte mir dieses Jahr die Zeit für solche ausgedehnten Touren. Also hinunter nach Sauze d‘ Oulx, einer häßlichen Wintersportsiedlung und Richtung Cesana Torinese (Olympische Bobbahn) um noch ein kleines Schotterstäßchen zum Colle Bercia (2248 m, Kz 424) unter die Räder zu nehmen. Den Abzweig zum Lago Nero habe ich irgendwie verpasst und bin stattdessen entlang der Skipiste nach Clarière hinunter gefahren. Dies war auch eine sehr schöne Strecke mit herrlichen Kurven und tollen Gefällstrecken, das nächste Mal muß ich sie unbedingt in Gegenrichtung befahren.

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Das Ende ist Nahe, recht der Mont Chaberton

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Auf dem Colle Bercia

Über gut ausgebaute Straßen ging es dann im Eiltempo über Sestriere und Pragelato (jawohl: Winterspiele…) zur Festung Fenestrelle. Leider war die Zeit schon ein wenig fortgeschritten, so daß eine Besichtigung nicht in Frage kam. Hinter Fenestrelle findet sich dann wieder die südliche Auffahrt zum Colle delle Finestre (2176 m, Kz 420) welchen ich schon auf der Hinfahrt überquert hatte. Der Weg führt am Hintereingang der Festung und am Rande eines Naturparks vorbei, wieder über den Paß und hinunter nach Susa. Das Navi nervte wieder in den Serpentinen der Nordrampe und die Strecke Susa – Mont Cenis kannte ich nun schon aus dem Eff-Eff.

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Hintereingang der Festung Fenestrelle

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Abendstimmung

Bei einem leckeren französischem 4-Gänge-Menü und einem frisch gezapften Bierchen ließ ich den Tag ausklingen.

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Feierabendsbier

17.07.2006; Richtung Heimat
Jeder Urlaub geht mal zu Ende und es wurde langsam Zeit, sich wieder in Richtung Heimat zu orientieren. Aber nicht ohne zuvor nochmal irgendwo hinauf gekraxelt zu sein. Rechts des Col du Mont Cenis war im Denzel noch der Col de la Met (2740 m, Kz 487) verzeichnet und des er sozusagen auf dem Heimweg lag, hab ich ihn natürlich noch „mitgenommen“. Über eine recht staubige Piste ging es in die Höhe bis zur Endstation eines Skiliftes. Wurden die Wege früher zu kriegerischen Zwecken angelegt, dienen sie heute wohl eher zur Vorbereitung des Skitouristenüberfalls. Aus der versprochenen tollen Aussicht auf den Mont-Cenis-Stausee wurde leider nichts, da sich jede Menge Wolken von unten den Berg hinauf stemmten. Das nächste Mal…

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Theoretisch hätte ich jetzt eine tolle Aussicht

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Aber die Wolken haben auch ihren Reiz

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Ein letztes Mal Schotter; Seufz

Also ging es den Berg wieder hinab und durch das Arc-Tal auf die Autobahn in Richtung Albertville. Mein Navi wollte mich unbedingt nach Genf weiterleiten und mich über die schweizerischen Autobahnen scheuchen, aber da ich erst noch mal bei Ulm und Augsburg vorbei schauen mußte, nahm ich eine Strecke diagonal durch die Schweiz, von unten, links nach oben, rechts.
Über Chamonix nach Martigny, weiter das Wallis hinauf, über die Furkastraße (2431 m,Kz 175), am Rhonegletscher vorbei nach Andermatt, die Via Mala hinab nach Göschenen und über die Autobahn Richtung Sankt Gallen an den Bodensee, durch Bregenz gegurkt um den Össis die Maut nicht zu gönnen, ging es über Lindau dann in die Nähe von Ulm. Natürlich hatte ich mich in der Zeit gewaltig verschätzt und kam erst spät in der Nacht an… Trotzdem war es schön…

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Furkastraße mit den kläglichen Resten des Rhone-Gletschers

Den Rest des Urlaubs verbrachte ich dann noch mit ein bisschen Arbeit. In Ulm habe ich den abgeklemmten Internet-Zugang eines Freundes wieder gerichtet und für einen anderen Freund habe ich in Augsburg noch einen Motorblock abgeholt, es lag ja, mehr oder weniger, auf dem Weg. Am Donnerstag Abend, zwei Wochen nachdem ich losgefahren war, war ich wieder zu Hause…

Alles in allem war es wiedermal ein gelungener Urlaub!

-=ENDE=-

Mottek

Westalpen 2006.4

So nach einer kurzen Pause geht es weiter, ich bin ja lange noch nicht zu Hause…

14.07.2006; Zu guter letzt…
Am letzten Tag der Tour stand dann nochmal die Maira-Stura-Kammstraße (2416 m, Kz 438) auf dem Programm. Über den Collenetto di Canósio (auch Colle San Giovanni genannt) (1650 m, Kz 439) ging es ins Preit-Tal um von dort auf die Hochalmen im Bereich zwischen 2000 und 2400 Meter auf zu steigen. Wie das bei Google Earth aussieht habe ich schon weiter oben dargestellt. Nach einer kleinen Kaffee-Pause im Rifugio am Colle del Preit ging es dann ums große Rund, rund um den Bric Servagno (2480 m), der wie bei einem Roulette-Kessel in der Mitte steht.

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Hochalmen um den Bric Servagno

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Die Rocca la Meja (2831 m) immer im Blick

Kurz nach der obligatorischen Mittagsrast mußten wir am Colle Cologna (2394 m) etwas langsam fahren, ein Felssturz hatte Teile der Fahrbahn blockiert und die großen Fahrzeuge mußten zentimeterweise eingewiesen werden. Vitaras und Jimnys haben damit natürlich kein Problem, es reichte sogar noch zum aussteigen und fotogaphieren…

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Felssturz am Colle Cologna (2394 m)

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kein Problem für einen Vitara

Über den Colle Valcavera (2416 m) ging die Fahrt nun wieder zum Colle dei Morti (2481 m, Kz 437), den wir am Vortage schon mal besucht hatten, nur heute war das Wetter wesentlich freundlicher. Der Paß hat vier Zufahrten und wir nahmen jetzt die letzte auch noch unter die Räder. Über Asphalt ging es hinunter ins Grana-Tal nach Pradlèves. Die nächste Bar war dann wieder unser, um uns mit Espresso zu stärken.

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Das Santuario di San Magno (1760 m) im Grana-Tal

Da die angedachte Straße über den Colle del Gerbido, laut der Aussage Einheimischer mit zu befahren sein und angesichts der zur fortgeschrittenen Stunde fehlende Experimentierfreude, fuhren wir das Grana-Tal weiter hinunter und überquerten bei Montemale di Cuneo den Höhenrücken zum Maira-Tal und fuhren wieder nach Acceglio zurück. Nach fünf Tagen fast nur Schotter war es wieder einmal ganz angenehm glatten Asphalt unter den Rädern zu haben, zudem mit dem Vitara das Cruisen auf der geschwungenen, gut ausgebauten Straße auch einen Heidenspaß macht.

Der letzte Abend war angebrochen und eine gewisse Wehmut machte sich breit. Aber nach einem guten Abendessen und einigen Grappas besserte sich die Stimmung zunehmend. Unser Touren-Leiter Gunther Schneider meinte noch den Abend mit einem Quiz auflockern zu müssen, was haushoch für mich entscheiden konnte; wenn er auch ständig nur nach irgendwelchen Pässen, Gipfel und Straßennamen fragt… :-)

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Abschiedsstimmung – und alle lachen…

15.07.2006; Richtung Heimat
Oder doch nicht so ganz… Ich hatte noch ein paar Tage Zeit und wenn man schon mal hier ist…
Also am Morgen war erstmal Verabschieden angesagt. Die Gruppe verstreute sich in alle Richtungen und ich nahm die nach OBEN. Im Denzel stand etwas von einem Paß hinter Acceglio mit immerhin 2830 Meter – also hinauf – so hoch war ich dieses Jahr noch nicht gewesen.
Die Strecke hinter Acceglio zum la Colletta (2830 m, Denzel Kz 434) ließ sich eigentlich ganz gut fahren. Ich habe für die Hin- und Rückfahrt ca. 3 Stunden benötigt. Auf ca. 1850m, bevor die Straße bei einem Wasserfall über eine Brücke führte, lag zwar ein Felsblock auf der Straße, die Durchfahrt war aber immer noch 2 Meter breit (nachgemessen!). Auf 2500m, ebenfalls bei einem Wasserfall mit Brücke, stand dann ein einfaches Verbotsschild. Die Straße wurde dann wegen Erdrutsche und Wasser etwas schmierig und teilweise schlammig, aber nichts was einen Vitara aufhalten kann. Nach der letzten Kehre auf 2800m, noch teilweise mit Altschnee bedeckt, aber mit genügend Platz zum Wenden, ging es dann nicht mehr weiter, weil der Weg halb verschüttet war (siehe unten). Die letzten Meter bin ich dann eben zu Fuß gegangen bis zur Passhöhe auf 2830 m. Höher ging es nimmer…
Wenn man schon glaubt, daß es irre sei mit dem Auto dort hoch zu fahren, dann frage ich mich was man von den Mountainbiker und Wanderen halten soll, die sich da hoch quälen? Ich hab dann immer ein schlechtes Gewissen wenn ich, fröhlich ein Liedlein pfeifend, einfach so an denen vorbei ziehe, wärend die sich die Lunge aus dem Leib keuchen…

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Höhepunkt der Reise; wortwörtlich

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Weiterfahren wäre zu riskant

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Einsames Hochtal: Vallone Traversiera

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Aber tolle Wege…

Nachdem ich noch einen Hügel nördlich von Acceglio erkundet und dort ein wenig gevespert hatte trieb mich ein Unwetter, das von Westen nahte, in die Flucht. Also das Maira-Tal gen Osten hinunter und… da war doch noch was… ach ja, die Varaita-Maira-Kammstraße (2310 m, Kz 433), nördlich des Maira-Tales gelegen und sowieso in meiner Fahrtrichtung…
Durchs wild-romantische Elva-Tal, oder soll man besser Schlucht dazu sagen, mit seinen Tunnel und engen Kehren ging es hinauf zum Colle di Sampéyre (2284 m, Kz 432) und dann über die Kammstraße wieder in Richtung Osten. Am meisten machte mir das Wetter Sorgen. Dunkele Wolken hingen auf gleicher Höhe mit mir und ich wollte nicht unbedingt in ein Unwetter geraten, aber je weiter ich kam, desto mehr verflüchtigten sich diese. Durch blühende Weisenhänge und durch Schotterfelder, durch zugewachsene Wege und durch enge Serpentinen ging es über den Colle Birrone (1700 m) und vorbei am Santuario di Valmala (1379 m) hinab ins Varaita-Tal

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Die Elva-Schlucht

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Am Colle Rastcias (2170 m)

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Blühende Wiesenhänge und Schotterfelder wechseln sich ab

So, wie weiter? Nach Osten über die Autobahn nach Hause oder nach Westen, wieder in die Berge? Dumme Frage, ich hatte noch ein paar Tage Zeit, also das Varaita-Tal wieder hinauf. Genächtigt habe ich dann in einem Albergo in Pontechianale, mit vier (zu)jungen, hübsche Wirststöchtern und einer abenteuerlichen Treppenkonstruktion. :-)

16.07.2006; Tour de France
Weiter geht es Richtung Frankreich, über den Colle dell‘ Agnello (2746 m, Kz 430) hinunter ins Queyras. Schnell noch einen Abstecher auf den Sommet-Bucher (2257 m, Kz 515) um die herliche Aussicht zu erleben (naja, ein bischen Fahrspaß war auch noch mit dabei…).

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Blick vom Colle dell‘ Agnello (2746 m)nach Frankreich

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Die Gegenrichtung vom Sommet-Bucher (2257 m)

Weiter ging es dann über den von Tour-de-France-Fan belagerten Col d‘ Izoard (2361 m, Kz 511) nach Briancon (1321 m) der höchst gelegenen Stadt in Europa. Zwei Tage später fuhren die Radprofis über den Paß und ich hätte Pech gehabt mit meiner Fahrt gen Norden. Also machte ich mich schnellstmöglich aus dem Staub um nicht in das Verkehrchaos der Wohnmobilisten, Radfahrer und sonstiger Schaulustiger zu geraten, die die Strecke belagerten.

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Campingplatz auf 2300 Meter Höhe

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Verkehr wie in einer Fußgängerzone

Hinter Briancon fuhr ich nochmal schnell auf den Croix-de-Toulouse (1973 m, Kz 506) um die Aussicht auf das alte Festungsstädtchen zu genießen. Mein Versuch über den Col de Granon (2413 m, Kz 504) ins Clareé-Tal zu kommen scheiterte an den eindeutigen Verbotsschilderm und am hohen Publikumsaufkommen. Also versuchte ich ein paar andere vielversprechende Strecken, welche aber alle in Sackgassen endeten. Ein alleiniges Weiterfahren wäre einfach zu riskant gewesen, obwohl dort irgend welche Wege weiter führten, z.B war ich am Col de Buffère (2431 m, Kz 505) und ein paar Wege weiter unterhalb. Aber die Wege endeten einmal ein einem Brunnengebiet und einmal in einem Geisterdorf, wo ich keinen Ausweg fand.

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Briancon von oben

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herrliche Schotterpisten…

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..endeten leider immer in einer Sackgasse, hier in einem Geisterdorf

Der Rest des Tages ist schneller erzählt als gefahren. Ansich wollte ich in Briancon Station machen, aber als ich an der Festung ausstieg um mich nach einer Herberge umzusehen, brach ein fürchterliches Gewitter los. Das als Fingerzeig nehmend machte ich mich wieder auf die Piste und fuhr über den Col de Montgenèvre (1850 m, Kz 509) wieder Richtung Italien, da ich eh am nächten Tag dort die Assietta-Kammstraße befahren wollte und da ich keine Lust hatte mir im Unbekannten ein Quartier zu suchen fuhr ich wieder zum Mont-Cenis-Stausee hinauf ins Hotel Malamot, wo ich die Wirtsleute, die Zimmer und das gute Essen schon kannte.

Wird fortgesetzt, es fehlen noch zwei Tage…

Mottek

Westalpen 2006.3

Weiter geht es mit meinem Reisebericht

11.07.2006; Hinauf…
Heute stand der Monte Saccarello (2200 m, auch Kz 446) auf dem Programm. Von Triora ging es hinauf auf den Passo della Guardia (1461 m) und an der Südflanke des Monte Frontè (2153 m) entlang zum Colle del Garezzo (1795 m, Kz 448). Wie mit der Schnur gezogen liegt der Weg im grasbewachsenen Hang, links gehts 300 m hinauf zum Gipfel und rechts 1000 m hinunter ins Tal von Triora, um am Ende in einem Scheiteltunnel zu verschwinden.

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Wie mit der Schnur gezogen

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Ein gigantischer Ausblick

Über unzählige Querbuckel zur Wasserableitung ging es auf der anderen Seite wieder hinunter ins Tal. In Monesi haben wir uns noch einen Espresso gegönnt, bevor es wieder hinauf ging. Auf den Geschützstellungen des 2200 Meter hohen Monte Saccarello hielten wir dann unsere Mittagsrast. Das Ausblick ins benachbarte Frankreich ist grandios.

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Picknick auf 2200 m

Bei der Abfahrt hatten wir dann mit Gegenverkehr der tierischen Art zu kämpfen.

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Ein Zebra unter Schafen

Über den Passo Tanarello (2045 m, jetzt wieder Kz 446) ging es auf die Westumfahrung des Monte Saccarello, welche lange Zeit wegen Felsstürze etc. gesperrt war. Der Weg ist immer noch nicht einfach zu befahren; grobschottrig bis felsig, eng und ohne große Ausweichmöglichkeiten und die Reste von älteren Bergrutschen, welche mit den Autos umzirkelt werden mußten… Schön wars… :-)

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Lange gesperrt; die alte Grenzkammstraße

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Ein großer Felsblock liegt immer noch auf der Straße, aber man kommt daran vorbei

Tagesabschluß war dann wieder in Triora, bei einem reichhaltigen italienischen Menü mit Ligurischen Vorspeisen, selbstgemachten Tortellinis, Lammkoteletten, Rinderfilet und Kartoffel-Gratin und zum guter Schluß noch Nachtisch und einen guten Grappa. Hmmm.

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Triora, vom Colle del Garezzo aus gesehen

12.07.2006; …und hinfort
So, heute stand dann als Glanzstück der westliche Teil der ligurischen Grenzkammstraße (Kz 446) auf dem Programm. Bis Monesi nahmen wir den gleichen Weg wie am Vortage, nur etwas schneller, da wir die tollen Ausblicke ja alle schon kannten. Den Monte Saccarello ließen wir links liegen und schraubten uns langsam von 1800 m auf 2100 m hinauf. Ging es anfangs noch durch bewaldete Gebiete, so wurde der Wald immer spärlicher und machte dann Almwiesen und Felsen Platz. Die Krönung ist dann die Passage kurz vor dem Colle dei Signori (2111 m), wo die Trasse aus einer senkrechten Felswand heraus gearbeitet wurde. Wenigstens war die Stützmauer wieder repariert worden, bei meinem ersten Besuch hier oben fehlte da ein Stück und das Loch war mit Bohlen abgedeckt…

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An der Baumgrenze

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Felspassage; ein Stein brauch 3 Sekunden bis er untern aufschlägt…

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Das Stückchen fehlte früher mal… Schauder!

Am Colle dei Signori machten wir dann wieder Rast, wobei wir noch einen gestrandeten Franzosen auflasen. Der Ärmste hatte sich mit seinem Motorrad (Honda Transalp ?) kurz hinter dem Col de la Boaire hingelegt und den Bremshebel dabei abgebrochen. Nun war er von dort aus 8 km durch die Steinwüste an der Punta Marguareis zum Rifugio Barbera gewandert nur um dort zu erfahren daß man ihm auch nicht helfen könne und er bis morgen warten müßte, damit ihn einer mit nimmt. So hat er die Nacht auf der Schutzhütte verbracht und stand bis Mittags im „Schatten“ der Hinweistafel, bis wir dort aufgekreuzt sind. Wir haben ihn erstmal zum Mittag essen eingeladen und seinen Sonnenbrand mit Salbe versorgt. Ich habe ein wenig meinen Vitara aufgeräumt und die Kühlbox nach hinten verstaut und schon hatte ich einen Mitfahrer bis nach Tende, mit dem ich mich angeregt unterhielt. Die Schaukelei im Vitara schien ihm aber garnicht so zu behagen und ich hatte immer Angst, daß mein Gast plötzlich Seekrank wird. Die Abfahrt vom Tendepass wollter gar nicht geniesen… :twisted:

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Schon wieder bei der Mittagspause

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Die Straße verfällt so langsam

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Steinwüste

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Haarnadelkurve am Col de la Boaire

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Fort Central in Sicht

Über die Tendepassstraße (1871, Kz 444) ging es hinunter nach Tende zum Kaffeetrinken und dann weiter nach Saint Dalmas de Tende zu unserem heutigen Nachtquartier im Hotel le Prieuré. Französisches Menü mit Salat und Fisch…

12.07.2006; Teer
Heute ging es wieder zurück nach Italien. Über den Vallon de Castérine (1719 m, Kz 548) pirschten wir uns entlang des Nationalparks Mercanttour und der Baisse de Peyrefique (2040 m, Kz 549) seitwärts an den Colle di Tenda heran. Am Fort de la Marguerie (1842 m), der unvermeidliche Zwischenstop mit herrlichen Ausblicken auf das Fort Central und die Kehren der Tendepasstraße.

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Gruppenbild an der Baisse de Peyrefique

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Fort Central vom Fort de la Marguerie

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Unter Kehrengruppe der Tendepassstraße

Nach der Mittagsrast am Fort Central ging es dann auf der italienisch Seite des Tendepasses (1871, Kz 444) wieder hinunter ins Tal und auf Asphalt über Limone Piemonte, Vernante, Borgo San Dalmazzo nach Demonte. Nach einem erfrischenden Eis in den Arkaden des Städtchens fuhren wir dem Vallone dell Arma hinauf. Dies ist einer der Einstiege hoch zur Maira-Stura-Kammstraße (2418 m, Kz 438). Leider ist auch hier schon wieder alles asphaltiert, wahrscheinlich wegen des Giro de la Italia oder so, denn am Colle dei Morti (2481 m, Kz 437) (Pass der Toten ?) steht ein Denkmal für den verstorbenen Radrennfahrer Marco Patani.

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Vallone dell Arma

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Heldenverehrung

Da es etwas zu regnen anfängt sind wir über die gute Straße gar nicht traurig. Über den Colle d’Esischie geht die Fahrt an einigen Almen vorbei über Mármora nach Ponte Mármora ins Maira-Tal. Kurz vor den heutigen Ziel, dem Hotel Londra in Accéglio, genehmigen wir uns noch eine Erfrischung in Form eines Bierchens.

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Almidylle

Das Abendessen fiel nicht ganz so üppig aus wie die letzten Tage, aber verhungert ist auch keiner.

Einen Teil hab ich noch…

Mottek

Westalpen 2006.2

So nachdem ich nun die Trackaufzeichnungen und die Bilder bearbeitet habe hier der erste Teil meines Reiseberichtes…

07.07.2006; Abfahrt
So, das Auto ist getankt und beladen, die Koffer sind gepackt und es geht mit nur 4 Stunden Verspätung zu meinem internen Zeitplan auf die Autobahn. Ab in den Süden. Also, alles wie immer.
Heute geht es noch bis in die südliche Schweiz, bis kurz vor dem großen St. Bernhard. Nachtquartier ist in einem gemütlichen Berggasthof in Liddes, für 40,- SFr (ca. 30,-€).

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Nachtquartier

08.07.2006; Pässe satt
Um schnell in den Süden zu kommen könnte ich jetzt den Tunnel und die Autobahn nehmen, aber ich war ja zum Vergnügen hier…
Also hinauf in die Berge: über den großen St. Bernhard (2469 m; Kz 218 im Denzel, 22. Auflage), dem kleinen St. Bernhard (2188 m; Kz 401) und den Col de l’Iseran (2764 m; Kz 470) ist das Hotel Malamot unterhalb des Lac du Mont Cenis (2083m; Kz 485) mein heutiges Ziel.

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Kleiner St. Bernhard, ganz groß

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am Col de l’Iseran

Zwischendurch noch schnell ein Abstecher zum Fort Redoute Ruinée (2400 m; Kz 469) oberhalb des kleinen St. Berhard-Passes. Bei der Abfahrt hat es mich dann erwischt. Da ich nicht unbedingt immer die gleichen Wege fahren möchte und in der Karte eine Alternative eingezeichnet war, hab ich diese natürlich auch genommen. Aber nach ein paar hundert Metern steilster Weg, war diese nicht mehr zu erkennen und es ging nur noch geradeaus der Skipiste hinunter. Ansich kein Problem für einen Vitara, wenn da nicht am Ende eine Querrinne zur Wasserabfuhr gewesen und ich sie nicht zu steil angegangen wäre. Langer Rede kurzer Sinn; ich hing fest, Vorne links und hinter recht je ein Rad in der Luft, der Rammschutz in den Hügel eingegraben und weit und breit kein Baum zum herausziehen…
Ich habe dann nach einigen Fehlversuchen den Wagenheber unter das Vorderrad gesetzt und es hoch gedrückt um das Loch mit genügend Steinen auszufüllen. Das gab dann genügen Gripp um rückwärts wieder frei zu kommen. Puh! Glück gehabt… Beim zweiten Anlauf kam ich dann problemlos drüber.

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Auffahrt zum Fort Redoute Ruinée (rechts im Schatten)

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…steil bergab…

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Multifunktionspiste, ca 1000m lang bei 300m Höhenunterschied

Vor dem Abendessen ging es noch kurz zum Fort Variselle oberhalb des Mont-Cenis-Stausees um die Abendstimmung in dem Gemäuer zu geniesen.

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Abendstimmung am Fort Variselle

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Geisterdorf am Lac du Mont Cenis

Danach war Abendessen und Fußball angesagt. Die anwesenden Franzosen und Italiener hatten keine Probleme damit, daß Deutschland Dritter wurde, Hauptsache sie waren im Finale. Ich habe ihnen versprochen, daß in vier Jahren alles andes sein würde… :-)

09.07.2006 ; Ans Meer
Oder doch nicht so ganz… Erstmal galt es noch ein paar Pisten rund um den Lac du Mont Cenis zu erkunden. Über die geschotterte Süduferstraße ging es erstmal zum Col du Petit Mont Cenis (2182 m, Kz 488) (obwohl der 100m höher liegt als der Große…???) und, weil kein Verbotsschild stand, noch ein bischen weiter. Zwei Kilometer weiter im Tal versperrte dann ein etwas schmal geratene Viehgatter die Weiterfahrt. Aber die schönen Ausblicke waren die Mühen wert gewesen.

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Endstation

Also zurück und den nächsten Hochpunkt ins Visier genommen: Fort de la Turra (2510 m, Kz 486). Durch ein Tal mit blühenden Alpenrosen zieht sich der Weg hinauf bis zu einer Stelle, wo ein Felssturz in Form eines Hinkelsteines die Weiterfahrt blockiert. Die Umfahrung gleicht einem Trümmerfeld mit den vielen wirr herumliegenden Steinen. Auf der anderen Seite geht es dann in mehreren Serpentienen über einen steinigen, ausgewaschenen, buckeligen und schrägen Weg zum Fort hinauf. Vom Fort aus hat man einen herrlichen Blick (und Schußfeld… ;-)) auf den Col du Mont Cenis und den Stausee.
Leider ist das ganze eine Sackgasse, so daß es nach einer ausgiebigen Besichtigung wieder den gleichen Weg zurück geht.

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Hier purzel wohl öfters ein paar Steine herunter…

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…und einer ist mitten auf der Fahrbahn liegen geblieben.

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Das Fort liegt noch ein paar Meter über dem Endpunkt der Straße…

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…wobei Straße nicht die ganz zutreffende Bezeichnung ist.

Mittlerweile war die Zeit doch etwas weit fortgeschritten und so galt es sich nun zu sputen und ein paar noch geplante Abstecher wurden auf ein andermal verschoben und über Susa, Turin, Cuneo, dem Tende-Tunnel (1321 m; Kz 445), dem Roya-Tal und dem Ort Brunetti nach Rocchetta-Nervina zum Treffpunkt für die gebuchte Tour.
Der Tende-Tunnel hatte es diesmal in sich; halb Italien schien am Sonntag am Meer gewesen zu sein und wollte nun unbedingt rechtzeitig zum WM-Finale durch dieses Rattenloch zurück… Horror! Ich war heilfroh dort unversehrt wieder heraus gekommen zu sein. Dafür entschädigte die Fahrt über Brunetti ins Nervia-Tal; noch ein Geheim-Tipp. Hinter Trucco, bei den Mülltonnen, von der Ss20 abbiegen und immer der geteerten Straße Sp92 berauf folgen. In sehr engen und steilen Windungen klettert man durch Olivenhaine den Berg hinauf, auf ca. 2,5 km überwindet man 350 Höhenmeter.

Im Hotel Lago Bin wurde ich schon sehnsüchtig erwartet. Nach einer kurzen Kennenlernrunde, die meisten Mitfahrer kannte ich schon von anderen Gelegenheiten, ging es dann zum Abendessen. Das Essen war lecker, nur die Kellner ließen in ihrer Aufmerksamkeit ganz schön zu wünschen übrig, was aber auch kein Wunder war, stand doch ein Fernseher im Speiseraum: Fußball! Naja, am Abend war dann Feiern mit den Weltmeistern angesagt. Wer gewonnen hatte war mir persönlich egal, Hauptsache es gab Freibier… :-)

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Weltmeister!

10.07.2006; Los geht’s
Am nächsten Morgen ging es dann richtig los. Die Autos noch schnell vollgetankt und dann ab in die Berge auf den südlichen Teil der Ligurischen Grenzkamm-Straße Richtung Passo Gouta (1213 m, Kz 449). Außer mir besteht unsere Truppe noch aus dem Tour-Guide Gunther Schneider von Ventura-Tours mit seinem niegel-nagel-neuen Nissan Navara, ein Freund von mir mit seinem Sohn in einem Nissan Patrol, ein älteres Ehepaar aus der Gegend von Northeim mit einem Ford Explorer und einem Einzelfahrer, der mit seinem Jimny „Isländer“ die Fraktion der Suzuki-Fahrer stärkte.

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Jimny „Isländer“

Über eine ausgewaschene, grobschottrige Piste geht es immer am Hang entlang in die Berge. Teilweise kann man von hier aus das Meer noch erkennen. Vorbei an alten Militärkasernen und moderneren Kuhställen windet sich die Straße durch die verschiedenen Vegitationsstufen… Erst noch bestellte Grundstücke, dann Buschwerk und zu guterletzt fährt man im Walde. Und überall das gezirpe der Zikaden.

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Schotter!, sehr grob…

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Im Hintergrund sollte das Meer zu sehen sein…

Hinter einem Tunnel hemmt ein Felssturz unser Verwärtskommen. Die cleveren Italiener habe, satt deie Felsen beiseite zu räumen, einfach Schotter aufgefüllt um die Überfahrt zu ermöglichen. Einzig unser Führungsfahrzeug hat leichte Probleme, wegen des Radstandes und der nicht gegebenen Bodenfreiheit, und fährt sich doch glatt den ersten Kratzer in die Trittleisten… :twisted:

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Zentimeterarbeit

Nach einer ausgiebigen Mittagspause am Col de Gouta ging es wieder hinunter ins Nervia-Tal um über Pigna (280 m) und den Colla di Langan (1127 m) in den mittleren Teil der Ligurischen Grenzkamm-Straße (Kz 446) einzusteigen. Über Colla Melosa (1540 m), Col Bertrand (1779 m), ging es zum Colla di Sanson (1694 m). Von dort aus führte uns ein Weg wieder talwärts über halbverlassene Dörfer und einer Brücke für Bungy-Jumper mit praktischerweise einer Kirche gleich nebenan, ins Städtchen Triora (765 m). Das Albergo Colomba d’Oro (Goldene Taube) sollte für die nächsten beiden Tage unser Quartier sein. Die Zimmer sind liebevoll eingerichtet und das Essen ist hervorragend. Die junge Wirtin spricht sehr gut Deutsch und hat mich schon mal vor der Polizei gerettet; aber das ist eine andere Geschichte…

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Nervia-Tal von oben

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Auffahrt auf den Col Bertrand

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…immer an der Wald ‚lang…

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Feierabend!

Wird forgesetzt…

Mottek

Westalpen 2006.1

Hallo Leute;

Das mit dem Reisebericht verspätet sich ein wenig… ich muß mich erstmal wieder akklimatisieren. :cry: (keine Tränen… SCHWEIß!)

Ich bin erstmal dabei die gefahrene Strecke zu dokumentieren und die Tracks im TTQV sauber zu verknüpfen.

Hier als erstes Schmankerl mal eine Übersicht über die Route
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Ligurien 2006, Übersicht

Dei Anfahrt über die Autobahn bis Martigny und die Heimfahrt von Ulm aus, hab ich mal ausgelassen. Die Tracks westlich von Turin liegen bei Susa, Mont Cenis und der Assietta-Kammstraße, die Tracks nördlich von Monaco liegen um und auf der Ligurischen Grenzkammstraße und die mitten dazwischen liegen im Bereich des Maira-Tales mit seinen Kammstraßen links und rechts davon.

… und das darzugehörige Höhen-Profil.
https://www.tour-bequem.de/download/Ligurien_2006_XY-Diagramm_800.png
Ligurien 2006, Höhenprofil

TTQV errechnet etwas von 65.000 Höhenmetern… und der höchste Punkt war 2800 m hoch. Ach was war das so angenehm frisch dort oben…

Fortsetzung folgt…
https://www.tour-bequem.de/bilder/PICT2310_800.jpg
…hier schon mal ein Appetizer…

Mottek

Und so sieht das dann bei Google Earth aus…

https://www.tour-bequem.de/download/Ligurien_2006_GE_800.jpg
Aufstieg von Preit zur Maira-Stura-Kammstraße

Die komplette KML-Datei für Google Earth kann hier heruntergeladen werden.

Und auch noch ein passendes Bild dazu…
https://www.tour-bequem.de/bilder/PICT2290_800.jpg
Passage durch die Felswand in der Rechten Bildhälfte…

Mottek

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