...der Name ist Programm...

Kategorie: Reisen (Seite 2 von 3)

Tunesien 2006.2

…und weiter geht es mit meinem Reisebericht…

27.12.2006; Ab in die Wüste

So, vorerst das letzte mal in einem Bett geschlafen, das letzte mal geduscht, das letzte mal beim, na ihr wisst schon…, etwas in Ruhe gelesen…
Heute geht es in den Grand Erg Oriental, der großen östlichen Sandwüste.
Das Gepäck wird verstaut, die Lebensmittel auf die einzelnen Fahrzeuge verteilt, wobei ich hier eine der wenigen Vergünstigungen hatte, daß ein anderer Mitfahrer meine Kiste noch in seinen Land Cruiser verstaute; der Vitara war einfach voll! Wir reihen uns in die Kolonne ein, immer ein Auto ohne Winde zwischen zwei Fahrzeuge mit Winde. Die schwächeren Fahrzeuge und Fahrer nach vorne, damit sie noch gut fahrbare Bedingungen vorfinden, die „richtigen Geländewagen“[TM] nach hinten. Als dann auch endlich unser Führer eintraf, setzte sich die Karawane langsam in Bewegung. Das Abenteuer beginnt :!:

Wir verlassen Douz in südliche Richtung und kämpfen uns durch ein Dünengebiet mit lauter kleinen Dünchen: auf und nieder – immer wieder.
Mittagsrast machen wir dann an einem Café mitten in der Wildnis. Man kennt sich hier und so ist es auch kein Problem, daß wir Tische und Stühle okkupieren und die vom Tour-Leiter mitgebrachten Speisen verköstigen. Es gibt so exotische Sachen wie Streichleberwurst, Salami, Käse und Gewürzgurken. Gut daß ich in Douz ein paar Büchsen Harissa eingekauft hatte. Zum krönenden Abschluß gab es dann noch einen frischen Kaffee vom Wirt.
Weiter geht es Richtung Nationalpark Jebil, der leider mittlerweile fast vollständig von einem häßlichen Zaun umgeben ist. Also bleibt uns nichts anderes übrig den Park auf einer Holperpiste zu umrunden.
Dann nach Süden in Richtung Tembain, eines riesigen Tafelberges in Mitten der Wüste. Eine erste Dünenkette wird problemlos gemeistert und die ausgefahrenen Spuren sagen uns, daß hier wohl ein reger Verkehr herrscht.

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Gut ausgefahrene Strecke

Etwas abseits der Piste wird dann auch schon baldig das erste Camp aufgeschlagen. Der Aufbau der Gemeinschaftszelte muß eingeübt werden und auch sonst wollten wir uns keinen Streß machen.

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Gemeinsamer Zeltaufbau

Danach baut sich ein jeder seine eigene Schlafstatt, während Gunther Schneider mit seiner Frau Lilijana sich um das Abendessen kümmerte. Meist gab es etwas Leckeres aus der Suppenküche, angereichert und verfeinert vom Chef persönlich und auf einen Nachtisch mußten wir auch nicht verzichten. Klar, daß man in der Wüste Probleme hat frische Ware zu bekommen, aber das Essen war immer schmackhaft und reichlich. Hungern auf einer Tour mag ich gar nicht!
Zwischenzeitlich war von unserem Führer Amor immer schon ein Lagerfeuer entfacht worden und meist war auch schon das erste Wüstenbrot in der Glut gebacken.
Nach dem Abendessen und dem gemeinsamen Aufräumen und Abspülen traf man sich dann am wärmenden Feuer, denn nach Sonnenuntergang wird es empfindlich kühl in der Wüste.

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Lagerfeuerromantik

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…und wenn das Lagerfeuer nicht reicht hilft vielleicht kuscheln

28.12.2006; Tembain

Die Nacht war kühl und feucht. Nicht was ihr schon wieder denkt… :-) Es hatte in der letzten Zeit recht heftige Regenfälle in Tunesien gegeben und auch die Wüste hat so einiges davon abbekommen. Der Sand war schön feucht und fest, was zwar für das Fahren toll war, aber der Camp-Abbau verzögerte sich auch nicht unerheblich, weil alle Zelte und alle Dinge die nachts draußen blieben auch klamm und feucht waren.

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Sonnenaufgang im Nebel

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Eine wärmende Tasse Kaffee – ohne das würde ich nicht mitfahren…

Nach einem ordentlichen Frühstück, natürlich wieder mit selbstgebackenen Wüstenbrot, wurde dann das Camp abgebaut und es ging wieder auf die Piste. Unser heutiges Ziel waren die Berge des Tembain, zwei riesige Tafelberge aus Korallen- und Muschelgestein mitten in der Sandwüste. Zwischen den Bergen hindurch ging es hinunter in eine Senke mit einem uralten Karawanenbrunnen. In den steinigen Boden wurde vor unendlicher Zeit ein 50 m tiefes Loch gegraben, nur leider ist dieser Brunnen, wie so viele andere mittlerweile versiegt.

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Zwischen den Tafelbergen

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Auch kleine Sandhaufen können ihre Tücken haben

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Am Bir Tembain

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Gruppenfoto mit Brunnen

Auf der gleichen Spur ging es dann wieder aus dem Tembain-Becken hinaus. Am Jebil, was einfach nur Berg heißt, machen wir eine Mittagsrast und dann nahmen wir Kurs auf die Oase Ksar Ghilane. Ein Stück folgten wir der autobahnbreiten Piste um sie dann nach Süden zu verlassen und mitten im Niemandsland des Erg Zmilet unser Lager aufzuschlagen. Der Aufbau der Zelte ging nun auch viel einfacher von der Hand und so blieb auch genügend Zeit den herrlichen Sonnenuntergang zu genießen.
Auch mein neues Zelt bewährte sich bestens. Dank eines patentierten Mechanismus wir es mit einem Handgriff, wie ein Regenschirm, aufgespannt. Mit 145 cm Innenhöhe und einem kleinsten Durchmesser von 240 cm ist es auch groß genug, daß man sich darin noch bewegen kann.

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Mein neues Superzelt ;-)

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Vitara im Sonnenuntergang

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Faszinierendes Farbenspiel am Abendhimmel

Abendessen und Lagerfeuer schlossen auch diesen Tag ab.

29.12.2006; Ksar Ghilane

Das morgendlich Warten auf den Sonnenaufgang. Vorher ist es einfach zu kalt um den wärmenden Schlafsack zu verlassen. Brrrr. Sobald die Sonne scheint kann man es wagen die Nase wieder aus dem Zelt zu strecken. Das Frühstück mit heißen Kaffee lockt und so überwindet man den inneren Schweinehund.
Schlafsack und Luftmatratze zusammen legen, das Zelt abbauen, das ganze Gerümpel wieder ins Auto räumen und fest verzurren. Das Ganze wird mittlerweile zur Routine. Auch daß einige Heißsprorne morgens noch ein bisschen mit dem Pickup spielen und sich dabei regelmäßig festfahren und wieder von der Düne gezogen werden müssen. ;-)

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Morgendliche Frühgymnastik

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Holztransporter

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Im Formationsflug über die Piste

Nach einen Abstecher ins Bibène-Gebiet zum Holzsammeln geht es wieder auf die Piste nach Osten. Nach der obligatorischen Mittagsrast am einem Café, kurz vor dem berüchtigten Dünengürtel, geht es immer weiter unserem heutigen Ziel entgegen: Die Oase Ksar Ghilane mit dem dazugehörigen Fort in den Dünen.

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In Reih und Glied am Aussichtspunkt

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Die alte Festung versteckt sich im Sand

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Westliche Auffahrt zum Fort

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Vitara-Video (zum Video, ca. 5,5MB)

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Im Hintergrund ist die Oase zu erkennen

Nachdem wir ausgiebig das alte Gemäuer inspiziert, bzw. andere ihr Vehikel wieder aus dem Sand geborgen hatten, sollte nur noch der Katzensprung in die Oase gefahren werden, um den Tag gemütlich am Pool ausklingen zu lassen. :twisted:
Leichter gesagt, als getan! Die Spur war dermaßen zerfahren, daß wir aller größte Mühe hatten da durch zu kommen. Ein steiler Hang erwies sich für einige als fast nicht zu schaffen, ein andere Teilnehmer stand in bedrohlicher Schräglage in einem Sandloch und konnte erst durch das beherzte Eingreifen eines Berge-Unimogs sicher aus seiner mißlichen Situation befreit werden. Und bei der wilden Hatz durch die Sandberge driftet ich aus der Spur und stand auf einmal mit dem linken Vorderrad auf einem Kamelgrasbüschel, das recht grüßend in die Luft erhoben. Aber genau das ist der Grund, warum man nicht alleine solche Touren unternehmen sollte. Der Kollege hinter mir zog mich mal kurz wieder runter und schon ging die Fahrt um den Busch herum weiter.

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Gerade so geschafft

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Das letzte Stückchen fehlt einfach noch

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Vitara in Not

Mit einbrechender Dunkelheit erreichten wir endlich alle die Oase und schlugen unser Camp im Tamariskenhain auf. Die Bäume schützen gut vor Kälte und Nässe, so daß wir uns den Aufbau des Gemeinschaftszelts sparten. Lieber gingen wir gleich an den warmen Pool um uns den Dreck der letzten Tage abzuspülen.

Im Pool von Ksar Ghilane liegen, den Sternenhimmel über sich und eine Büchse Bier in der Hand – Herz was willst du mehr ???

Fortsetzung folgt…

Mottek

Ungarn 2007.2

Und hier geht es weiter…

04.05.2007; Zum Weltkulturerbe

Nach einem ordentlichen Frühstück – wobei mir eine Scheibe Wurst immer noch lieber ist, als die beste Marmelade – stand am heutigen Tag das Weltkulturerbe Hollókö auf dem Programm. Aber erst einmal ging es in den Wald, wir waren ja schließlich nicht zum Vergnügen hier. 🙂
Die Wald- und Feldwege zwischen den Ortschaften dienen hier noch ganz normal zur Fortbewegung und sogar die Wanderer grüßen einem noch freundlich.

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Hügeliges Nordungarn

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Zwischen den Waldgürteln, weite Wiesen und Felder

Die zerfahrenen Fahrspuren in den Niederungen zeugten davon, daß es hier wohl nicht so einfach durch zu kommen sei, wenn das Wetter etwas feuchter wäre. So wurden unsere Vitaras in den riesigen Traktorspuren nur etwas hin und her geschüttelt und Wolfgang schwärmte immer wieder vom Frühjahr, wenn diese Wege für seinen Patrol dann genau die richtige Herausforderung seien.
Auf einem Hügel vor unserm Ziel machten wir dann Mittagsrast mit Ausblick auf die Burgruine Hollókö, zu deutsch: Rabenstein.

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Vitara-Posing

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Wer sagt, daß Off-Road etwas mit Entbehrung zu tun hat?

Als ich das erste Mal in dieser Gegend war, sind wir doch glatt an Hollókö vorbei gefahren. Tja, man sollte halt die Reiseführer vor der Reise lesen. Dafür hatten wir damals hübsche Wege im Hinterland gefunden, über die wir uns nun auch wieder an das Dorf heran pirschten. Natürlich kamen wir dadurch von der “falschen” Seite und durften erst mal mit den Geländewagen durchs Ort fahren…

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Eine kleine Furt vor Hollókö

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Infotafel: wer verkauft hier was…

In Hollókö stellten wir dann die Fahrzeuge auf dem Parkplatz ab und erkundeten das Dorf zu Fuß. Die Damen machten sich sogleich auf zu einer Shopping-Tour durch all die Souvenir-, Töpferei-. Strickwaren- und sonstigen Läden, während wir Herren einfach nur so die Schönheit(en) des Ortes bewunderten. Wolfgang als alter Fernmelder musste sich natürlich noch das Ungarische Postmuseum anschauen, aber dann drängte es uns doch zu einen Espresso und einem Palatschinken als Nachspeise.
So kann man einen Nachmittag auch herum bringen.

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Unser Dorf soll schöner werden…

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Burgruine Hollókö über dem gleichnamigen Dorf

Heinz und ich ließen es uns dann auch nicht nehmen noch mal kurz zur Burgruine zu wandern und uns das Gemäuer von innen anzusehen. So ein Bauwerk ist schon imposant, aber ähnlich wie bei der Burg Visegrád, machte ich mir auch hier Gedanken, wie man diese Unmengen von Steine hier hoch gebracht und verbaut hat.
Die Aussicht war einfach nur atemberaubend…

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Von da hinten kamen wir her…

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Höher geht’s nimmer…

Über schnöden Asphalt ging’s dann wieder zurück nach Herencsény, wo Swenja uns wieder mit einem köstlichen Abendessen verwöhnte. Der Abend endete dann wieder bei Benzingesprächen, Diskussionen über Baustatik und Unterhaltungen über Gott und die Welt.
Beim Gang zu meinem Zimmer deuteten dann auch schon unsere Probleme für die nächsten Tage an: es regnete.

05.05.2007; Im Nebel

Vom heutigen Tag gibt es leider nicht so viele Bilder – es gab schlichtweg nichts zu sehen…
Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von den Grubers um weiter in den Nordosten von Ungarn vor zu stoßen. Unser Versuche den Teer zu verlassen wurden leider von der Wetterlage zunichte gemacht, also versuchten wir das Matra-Gebirge auf normalen Straßen zu durchqueren. Aber ab 600 Höhenmetern wurde aus dem leichten Nieselregen eine geschlossene Nebeldecke, so daß man kaum noch die Hand vor Augen erkennen konnte, geschweige denn die Fahrbahn und noch wichtiger deren Rand. Wir waren heilfroh, als es wieder abwärts ging und sparten uns dann auch den Aufstieg zu Ungarns höchsten Berg, den Kékes (1016 m), zumal dort oben der Ausblick sicherlich nicht besser war. Das nächste Mal…
Wieder vom Berg runter, brachten wir noch mal schnell Trubel in eine kleine Pizzeria, da der junge Wirt auf die schnelle eine Hand voll Pizzen zubereiten durfte. Von seinen Suppen hatte er uns ehrlicherweise abgeraten, das diese “aus der Schachtel” seien und für uns nicht gut genug. Die Pizzen schmeckten jedenfalls hervorragend. Auch hier trafen wir wieder auf ein allgegenwärtiges Phänomen: überall trifft man auf Ungarn, welche ein recht gutes Deutsch sprechen und schon mal irgendwo in Deutschland, bevorzugt im schwäbischen Raum, gearbeitet haben. 😉
Nach der Stärkung ging es dann am Rande des Gebirges entlang in Richtung unseres nächsten Etappenziels: Eger (zu deutsch Erlau, die Ungarn sprechen es “Ägger” aus), die Heimat des Erlauer Stierbluts (Egri bikavér).
Nach einer Stadtrundfahrt, zwecks Hotelsuche, quartierten wir und schließlich im Hotel Minaret ein, direkt am Stadtkern und unterhalb der Festung. Von hieraus erkundeten wir dann am Abend das Städtchen zu Fuß und ließen uns dann in einem netten Restaurant zum Abendessen nieder.
Ach ja, es regnete weiter… 🙁

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Der Dobó-Platz in Eger mit der Festung im Hintergrund

06.05.2007;

An Geländefahren war wegen der Nässe nicht zu denken, also verlagerten wir uns und Richtung Südosten in die Hortobágy-Puszta, schon wieder ein Weltkulturerbe. Nach einer Rundtour durch das weite, flache Land, jeder Menge von Störchen, Reihern und sonstigen Vögeln und noch mehr Vogelbeobachtern, machten wir dann an der berühmten neunbögigen Hortobágyer Steinbrücke Mittagsrast in der dortigen Czárda.

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Mittagspause an der Hortobáger Czárda

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Die neunbögige Hortobágyer Steinbrücke

Solchermaßen gestärkt beschlossen wir unser weiteres (Geländewagen-) Glück in der Sand-Puszta südlich von Budapest zu versuchen, da hier oben die Wege einfach nicht vernünftig zu befahren waren.
Ein kurzer Ausflug zu einem Altarm der Theiß bestätigte uns in unserer Auffassung. Obwohl der Untergrund noch nicht durchweicht und somit recht tragfähig war, bildete sich oben eine dünne Schlammschicht, welche wie Schmierseife wirkte und den Weg höllisch glatt machte. Wir fuhren weniger, sondern schlingerten eher unkontrolliert dem Weg entlang. Mit dem schweren Patrol und den beiden leichten Vitaras wollten wir es nicht riskieren uns irgendwo fest zu fahren und die Nacht in der Wildnis verbringen zu müssen.

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Glatt wie Schmierseife

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Der Hölle entronnen

Wieder festen Teer unter den Rädern ging es dann theißabwärts nach Szolnok, wo wir im Hotel Hozam Unterkunft fanden. Unser Abendessen nahmen wir dann nicht ganz so nobel bei einem Mütterchen in einer kleinen Eckkneipe ein, wobei das keinerlei Abwertung sein soll; das Essen war lecker und preiswert, das Preis/Leistungs-Verhältnis war sehr gut.
Mal schauen was der nächste Tag bringen würde, der Wetterbericht sagte etwas von Aufheiterung…

Fortsetzung folgt…

]V[ottek

Ungarn 2007.3

So, weiter geht’s…

07.05.2007; Endlich Gelände

So, der Wetterbericht sah günstig aus – das Regengebiet verflüchtigte sich nach Nordosten und wir wollten nach Südwesten – passt! Die Sonne kam auch schon wieder raus und es versprach ein schöner Tag zu werden.
Noch schnell ordentlich gefrühstückt, bei dem Preis war das einfach ein Muß, die Autos beladen, anschließend noch eine Stadtrundfahrt durch Szolnok und ab auf die Landstraße. Nach wenigen Kilometern nutzten wir dann die erstbeste Möglichkeit in eine kleine holprige Straße abzubiegen, noch ein bisschen Asphalt und dann lag sie vor uns – eine wunderhübsche Sandpiste mit großen Wasserlöchern aber trotzdem noch sehr festen Untergrund. Wie geschaffen für Vitaras und große Buben… 😈

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Hinein! Sprach Wallenstein…

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Lauter strahlende Gesichter

Es dauerte mindesten Zehn Minuten, bis ich das Grinsen wieder aus dem Gesicht bekam 😀 und auch die Störche schauten ganz irritiert.

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Von einem Ohr zum Anderen

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Wilde Tier schauen dich an

Juhu, endlich wieder etwas anderes als Teer unter den Rädern, so könnte ich stundenlang weiter fahren. Kompasskurs Südwest und ab durch die Mitte – Puszta wir kommen!.
Südöstlich von Kecskemét machten wir dann unsere obligatorische Mittagsrast und schauten dabei ein paar herumirrenden Perlhühnern zu. Da ich noch auf keiner Speisekarte in Ungarn Perlhuhn gesehen hatte, fragte ich mich wann und wo die ganzen Viecher angeboten werden…

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Wo geht es hier weiter?

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Antreten zur Mittagspause

Danach setzten wir wieder Kurs Richtung Kecskemét – meinem Vitara dürstete es…
Vollgetankt kämpften wir uns durch die Stadt, um nach einer kleinen Kaffeepause die letzten Kilometer zu unserer heutigen Unterkunft offroad zurück zu legen. Wolfgang hatte Zimmer auf der Sarlóspuszta geordert und so fuhren wir auf weichen Sandpisten und durch lichte, duftende Akazienwälder unser Ziel an.
Sogar BMW nutzt diese Location, so heißt das heute im PR-Neusprech, für ihre Enduro Trainingstouren, was ein Rudel Motorräder bezeugte, welche auf dem Gelände herum standen.

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Lichte, duftende Akazienwälder

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Etwas für die Motorradfreaks

Abendessen auf der Puszta, den Motorrad-Fuzzies beim Briefing zugeschaut und bis zum Rauswurf im Netz gesurft… Ruckzuck war der Abend auch schon vorbei.

08.05.2007; Puszta pur

Daß Siggi und Heinz früher nach Hause mussten war schon vorher klar und daß Erika sich anschließen wollte und Wolfgang und mich dann alleine in Ungarn zurücklassen würde bereitete mir auch keine Kopfzerbrechen. Ansich war der Tag als Ruhetag geplant und wir wollten nur “ein bisschen Gelände machen”, aber die Damen (ich denke Heinz wäre auch noch gerne einen Tag geblieben… :twisted:) hatten beschlossen gleich den Rückweg anzutreten.
So galt es am Morgen Abschied zu nehmen und die nächsten Tage zu zweit zu verplanen. Wolfgang hatte es übernommen, für Gunther Schneider von Ventura-Tours eine Route durch die Puszta und dann weiter über die Donau in Richtung Westen, zu erkunden.
Also noch mal kurz in die Karte geschaut, die Ärmel hoch gekrempelt und los ging’s.
Nach einem Kurzbesuch im hauseigenen Sandloch fuhren wir vorbei an Mangalica-Schweinen und untermotorisierten Gefährten in einem großen Bogen, um einige Naturschutzgebiete herum in Richtung Kiskörös, um die Stadt wiederum in einem Bogen nördlich zu umgehen. Dabei schauten wir neben der Befahrbarkeit der Pisten auch nach Möglichkeiten um bei schlechtem Wetter einen Imbiss im trockenen nehmen zu können.

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Dünen-Feeling in Ungarn

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Wie auf der Abschußrampe

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Mangalica-Schweine – Colesterinfrei und lecker 🙂

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Zwei PS reichen auch – Begegnung der Dritten Art

An der Donau angekommen checkten wir einen idyllischen Picknic-Platz und die Fahrzeiten der Donaufähre. Dann ging es zurück nach Kiskörös um sich dort das Vinum Hotel anzuschauen.

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An der Donau

Das dem Hotel angegliederte Restaurant hatte geschlossen und so begaben wir uns in die Stadt um etwas zum Essen zu suchen. Seltsamerweise fanden wir rund um den Hauptplatz der Stadt sechs Bankautomaten, aber kein einziges Restaurant; als ob man Geld essen könnte…
Eine kleine Pizzeria erlöste uns dann von unserem Hunger. Auf den letzten Metern unseres Heimweges fing es dann an zu regnen – ein schlechtes Omen.

09.05.2007; Eine Schlammschlacht

Es regnete die ganze Nacht und am nächsten Morgen waren dann unsere Autos blank geputzt – dafür lag der Dreck auf dem Hotelparkplatz… 🙂

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Einmal nur Außen bitte…

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Auch die Kleinen machen Dreck

Also gefrühstückt und nichts wie weg und mit der Fähre über die Donau. In Paks fanden wir auch recht schnell den Weg um die Stadt in Richtung Westen zu verlassen, aber die Straßen wurden immer schmaler, bis sie irgendwann in Feldwege übergingen und sich die ersten Wasserlöcher vor uns auftaten. Der in der Karte eingezeichnete Weg war nicht da, wo er sein sollte, also fing die Sucherei an…

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Wolfgang beim verhandeln mit dem Fährmann

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Die ersten Wasserlöcher

Wir nahmen einen Weg nach Nordwesten, am Waldrand entlang. Aber alle unsere Versuche über den angrenzenden Höhenrücken in Richtung Westen zu kommen waren zum Scheitern verurteilt. Die Staubschicht, welche normalerweise die Wege bedeckt, waren durch den Regen zu einer hochfeinen Schlammschicht geworden, so daß die Fahrzeuge wie auf Schmierseife fuhren und zum Teil nicht mehr beherrschbar waren. Zeitweise bewegte sich mein Vitara diagonal vorwärts: Linkes Vorderrad und rechtes Hinterrad hingen in je einer Fahrspur und die beiden übrigen Räder fanden gerade so Halt auf dem Mittelstreifen. Also Rückzug…

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Mehr schlingern als fahren

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Verdiente Kaffeepause

Nach der Tortur hatten wir uns erstmal einen Kaffe verdient. Über Teer ging es dann weiter zu ein paar Teichen, wo es eigentlich nur galt Fünf Kilometer bis zu nächsten Straße zu überbrücken. Ihr könnt es wohl schon ahnen: – Keine Chance! Nach mehreren vergeblichen Versuchen, einmal landete Wolfgang sogar in einem Misthaufen und konnte sich nur mit Mühe und Not dort wieder heraus befreien, gaben wird den Versuch auf – bei dieser Witterung war mit unseren Autos und einem angemessenen Arbeitsaufwand kein Durchkommen!

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So ein Mist…

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Wildsau

Es war einfach zu riskant nur mit unseren beiden Wagen sich in die Schlammhölle zu wagen. Wenn sich Wolfgang mit seinem Patrol festgefahren hätte, hätten wir schon meinen Vitara eingraben müssen um einen verläßlichen Anschlagpunkt für seine Winde zu bekommen. Einen Tag später und ohne zwischenzeitlichen Regen hätte die Sache vielleicht ganz ausgesehen…
Auch einen letzten Versuch brachen wir lieber rechtzeitig ab, heute war einfach nicht unser Tag!

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Rauf war einfacher als runter…

In Högyész reinigten wir unsere Fahrzeuge vom gröbsten Dreck und machten uns, über die neue Donaubrücke bei Szekszárd, auf den Weg nach Nemesnádudvar, wo wir und in der Knáb Panzió angemeldet hatten. Wolfgang und ich waren hier schon ein paar mal zu Besuch und wurden so vom Hausherren freudig empfangen, auch wenn der Ärmste noch mit dem Ausschachten eines Abflußrohrgrabens beschäftigt war.
Am Abend ging es dann du Fuß durch das Kellerdorf zu einem kleinem Restaurant an der Hauptstraße. Auf dem Heimweg fängt man dann, ob des herrlichen Sternenhimmels oder des genossenen Weines, das philosophieren an…

Fortsetzung folgt…

]V[ottek

Ungarn 2007.4

Das Ende naht…

10.05.2007; Ruhetag

Für heute hatten wir beschlossen einen Ruhetag einzulegen und es etwas abtrocknen zu lassen. Wolfgang wollte noch ein paar Dinge am Computer erklärt haben und an seinem Bordrechner waren noch ein paar Feinschliff-Arbeiten zu erledigen. Also machten wir einen faulen Tag und ließen es uns Abends im Muskátli Fogadó gut gehen. Schließlich ist die Gegend bekannt für ihren guten Wein.

11.05.2007; Bugac-Puszta

Am nächsten Morgen ging es dann wieder auf die Piste. Wir mußten uns sputen, da wegen der Kanalbauarbeiten, das Wasser abgestellt werden sollte.
Als erstes testeten wir eine Off-Road-Abkürzung zu der neuen Donaubrücke und siehe da, sie war auch da, wo sie laut Karte sein sollte, obwohl uns Einheimische gesagt hatten, daß es in diese Richtung keinen Weg gäbe. Das Vorstellung davon, was für uns noch genußvoll befahrbar ist und was nicht gehen hier doch manchmal auseinander. Wobei ich zugeben muß, daß wir in den Regenfällen vor zwei Tagen schlechte Karten gehabt hätten.
Südöstlich, direkt hinter Nemesnádudvar liegt die Steilkante des ehemaligen Donauufers, in dem die Unmengen von Weinkellern hinein gebaut wurden und dahinter schließt sich eine weite Landschaft mit grasbewachsenen Sanddünen und lichten Wäldern an. Diese galt es heute zu erkunden.

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Grasbewachsene Dünen

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Weite Wege

Also hinein ins Vergnügen, kilometerlangen, mehr oder weniger gerade aus verlaufenden Wegen folgend, ging es im Zick-Zack gen Osten. Die Wege in dieser Gegend sind meist in 60° Nordost- oder 150° Südost-Richtung gebaut, so daß wir einige Male einen Haken schlagen mußten um unsere Zielrichtung bei zu behalten.
Bei einer Pause bemerkten wir dann auch die moderne Kunst, welche man mit dem Hochdruckreiniger auf eine Motorhaube zaubern kann. 🙂

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Geradeaus

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Moderne Kunst

Unser Kurs schwenkte so langsam nach Nordosten und dann direkt nach Norden, denn wir wollten ja nicht irgendwann in Rumänien heraus kommen. Über Kiskunmajsa, wo Wolfgang vergeblich nach einem Frisör für seine Lockenpracht Ausschau hielt, ging es die letzten Kilometer auf einer Sandpiste am Rande des Biosphärenreservats Bugac-Puszta neben einer Bahnlinie entlang. Die Strecke ist nicht ganz ungefährlich, das Sand ist teilweise recht tief und vor Jahren durften wir hier schon mal einen Deutschen mit seinem festgefahren PKW bergen. 😈
Wolfgang freute sich, das erste Mal bei seinen vielen Besuchen hier, jetzt auch mal einen Zug auf der Strecke zu sehen…

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So sieht es aus, wenn eine Schafherde die Wege frisch präpariert hat

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Achtung, die Gleise werden noch genutzt

Ansich wollten wir in der Karikás Csárda am Eingang zum Nationalpark nur einen Kaffee trinken und einen Nachtisch essen, aber es gefiel uns hier sehr gut und wir waren ja auch schon genug gefahren, so daß wir nach Zimmern fragten. Siehe da, es war noch zwei Ferienwohnung in einer kleinen Hütte frei und nach kurzer Besichtigung entschieden wir heute hier zu bleiben. Direkt am Rande der Puszta, in einer herrlichen Ruhe und Stille…
Wolfgang fuhr noch mal kurz ins Städtchen und ich beackerte meinen Laptop – Mist, schon wieder kein WLAN, na ja, es währe auch verwunderlich gewesen…

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Wilde Fahrt

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Unsere bescheidene Hütte

Das Abendessen nahmen wir dann in der Czárda ein, umschwirrt von einem Dutzend Schwalben, welche im Dachgebälk ihre Nester gebaut hatten und ständig laut schimpfend uns um die Köpfe kreisten. Zum krönenden Abschluß des Abend setzten wir uns noch mit einer Flasche guten Rotwein bei Kerzenschein auf unsere Terrasse, hörten den Fröschen und Grillen zu und redeten noch ein wenig über Gott und die Welt…

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Ausblick

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Genießer

Frösche und Grillen…

12.05.2007; Back to the roots

Ächz, Anfang Mai kühlt es auch in Ungarn noch erheblich ab und die 1,60 m langen Bettdecken sind auch für die Einheimischen viel zu kurz, na ja, vielleicht für Italiener… 😉 Ich habe dann einfach die vom Nachbarbett mit genutzt – bevor ich friere…
Zum Frühstück hatten wir einen Käse-, Wurst- und Schinkenteller und Marmelade bestellt. Für knapp 8,- Euro bekamen wir ein halbes Schwein aufgefahren, daß ich ihn fast nicht geschafft hätte… 🙂
Von Bugacpuszta sollte es wieder nach Norden zur Sarlospuszta gehen, wo wir schon vor ein paar Tagen genächtigt hatten. Wolfgang wollte sich am Sonntag dort mit einer Reisegruppe von Ventura-Tours treffen und ich würde dann von dort aus die Heimreise antreten.
Nach dem wir uns mal kurz in die Äcker südlich von Kecskemét verirrt hatten (bäh wie langweilig), ging es wieder zurück in die Puszta – weite, ebene Grassteppen, unterbrochen nur von ein paar lichten Wäldern – einfach phantastisch.

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In den Feldern

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Schafherde voraus

In den Wälder findet man bewirtschaftete Höfe genauso wie die Ruinen längst verfallener Ansiedlungen – schaurig schön.

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Bewirtschafteter Pferdehof mit schönen Tieren

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Hier war auch schon mal mehr los

Und zwischendrin immer mal wieder einen unendlich langen Sandweg oder eine Graspiste über eine Weide.
Leider fing es an zu nieseln, aber der Sandboden schluckt erstmal so einiges an Feuchtigkeit, bevor es schwierig wird. Die
gelegentlichen Passagen auf Graswegen waren da schon ein bisschen kniffliger. Wir beschlossen, daß wir für heute Off-Road gefahren seien…

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Der Weg nimmt kein Ende

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Die Anderen fahren hier auch durch

Gerne wäre ich noch zu den Sanddünen von Fülöphaza gefahren oder auch sogar gewandert, aber irgendwie fanden wir den richtigen Einstieg nicht. Na egal, für das nächste Jahr wollen wir ja auch noch Aufgaben haben. Über Asphalt fuhren wir nach Lajosmizse um die Autos zu tanken und ein paar Vorräte und Souvenirs einzukaufen. Wolfgang warf 2.000 Forint in den Hochdruckreiniger um sein Fahrwerk und die Bremsen wieder schlammfrei zu bekommen und ließ es sich auch nicht nehmen meinen Vitara zu beackern. Draußen bildeten sich schon Warteschlangen… 🙂
In einem kleinen Restaurant nebenan aßen wir zu Abend um dann zur Übernachtung auf die Sarlospuszta zurück zu kehren. Daß das keine schlechte Idee gewesen war sahen wir dann an dem chaotischen Hochbetrieb der auf der Puszta herrschte.

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Ihhhh, was glänzen die Autos

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Ein Sandhügel voller Schwalben

Im Hotel durfte ich dann noch Dolmetscher spielen. Ein älteres amerikanisches Ehepaar war mit ihrem erwachsenen Sohn angereist und das Mädel an der Rezeption konnte zwar sehr gut Deutsch, aber kein Englisch und ihre Kollegin war nicht zu erreichen – so durfte ich zwischen ihr und den Amis vermitteln.
Interessant was es so alles gibt: Der Vater des Ehefrau kam aus einem Nachbarort und war 1910 als Fünfjähriger in die Staaten ausgewandert und nun waren sie überhaupt das erstemal in Ungarn um nach noch lebenden Verwandten zu suchen. Von ihrer Mutter hatten sie woanders noch ein paar Cousinen gefunden, aber von der väterlichen Verwandtschaft – keine Spur. Aber sie waren ja auch heute erst hier eingetroffen und wollten sich die nächsten Tage noch mal auf die Suche machen. Auf die Frage nach anderen Beschäftigungsmöglichkeiten, außer der Spuren suche, verwies ich sie auf das touristische Programm der Umgebung: wandern, reiten, Kutschen oder Quad fahren und den Besuch einer Pferdeshow mit ungarischen Cowboys – was sie sehr erstaunte, dachten sie doch bis dahin daß es nur im Amerika Rinderhirten zu Pferde gäbe… 🙂
Mit Wolfgang leere ich noch ein oder zwei Fläschchen Wein und die Betreuer der Motorrad-Ritter erzählten uns etwas über die Ausfallquote ihrer Schützlinge. Tja, zweirädrig Sandfahren geht ganz schön auf die Kondition und Ruck-Zuck liegt man im selbigen und hat sich den einen oder anderen Knochen gebrochen… Ich bleibe da lieber bei meinem Vitara…

13.05.2007; Heimfahrt

Heute ging es ans Abschied nehmen. Meine neuen amerikanischen Freunde waren auch sehr traurig, als ich ihnen eröffnete, daß ich mich auf den Nachhauseweg machen mußte. Keine Ahnung ob sie noch einen Kulturschock bekommen haben, als sie erfahren durften, daß auch noch andere Nationen mit Pferden umgehen können. 🙂
Wolfgang konnte ich getrost zurücklassen, spätesten am Nachmittag würden die ersten Teilnehmer und Helfer der nächstwöchigen Tour eintreffen. Also “Tschüss” gesagt und ab auf die Piste gen Heimat, noch schnell so eine blöde Autobahn-Vignette gekauft und ab auf die Autobahn – satte 1.000 Kilometer ödes Asphaltband lagen jetzt noch vor mir.
Um 10:15 Uhr bin ich losgefahren und war 11,5 Stunden später um 21:45 Uhr endlich zu Hause – boah, ich war geschafft!

Fazit

Nächstes Jahr wieder ❗

Hier noch eine Karte, damit man sich vorstellen kann, wo wir da herum gekurvt sind.
Je heller der Track, desto schneller waren wir unterwegs

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Ungarn 2007 (<-- hier klicken für Google Earth .KML-Datei)

Ende Gelände…

]V[ottek

Tunesien 2006.3

…danke für die Lorbeeren, aber ich bin doch noch gar nicht fertig…

30.12.2006; Am Brunnenhäuschen

Der heutige Vormittag war als Ruhetag geplant und so wurden all die Dinge erledigt, für die man während des Fahrens so keine Zeit hatte. Ich kam endlich dazu meine zwanzig Ansichtskarten zu schreiben, welche ich seit Douz mit mir herum schleppte, nur in ganz Ksar Ghilane gibt es keinen Briefkasten. :-( Selbst im großen Beduinenzelt-Hotel wollte oder konnte mir keiner helfen. Wenigstens nutze ich die Gelegenheit und bestieg mal den Aussichtsturm im Hotel um mir die Oase mal von oben zu betrachten. Die Jungs vom kleineren Campingplatz erbarmten sich dann meiner und gaben die Karten einem der Touristenkutschern mit, der sie dann in Douz einwerfen sollte.
Na ja, drei Wochen später waren diese dann endlich bei den Adressaten… ;-)
Die Fahrzeuge wurden noch mal durch gesehen und die Treibstoffreserven wurden kontrolliert. Ich füllte den ersten Kanister in den Tank. Bis dahin hatte der Vitara ungefähr 30 Liter verbraucht. Nicht schlecht, für 240 km Wüste in drei Tagen. Ich hatte ja noch drei volle Kanister dabei, damit käme ich noch ein paar Kilometer weit…

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Unter den Tamarisken von Ksar Ghilane

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Offroad-Tankstelle

Kurz vor Mittag verließen wir die Oase, natürlich nicht ohne nochmals kurz am Pool vorbei gesehen zu haben. Dabei dürfen wir auch nochmals die Touries bestaunen, die mit einem Kamel als Lasttier zu Fuß in die Wüste marschierten… Für was hat man denn Autos?

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Der Pool von Ksar Ghilane, bei uns würde man ein Kurbad daraus machen…

Heute sollte nur eine kurze Etappe gefahren werden. Ziel war das Brunnenhäuschen am Bir Gif el Boum (oder so ähnlich…) im Qued el Bibène. Über staubige Pisten ging es zurück in Richtung Douz, über den berüchtigten Dünengürtel, mit Mittagspicknick am Café, dann eine kurze Strecke durch ein Trockental und schon liegt am frühen Nachmittag das marabutartige Gebäude vor uns. Eine Gruppe Geländewagen die von Westen kommt will wohl das gleiche Ziel anfahren, aber wir waren schneller..

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Über staubige Pisten

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Tee-Time am Brunnenhäuschen

Sollte es das für heute gewesen sein? Der Tag war noch jung und die Dünen sind in greifbarer Nähe. Nach kurzer Absprache fanden sich dann noch ein paar Unermüdliche, ein Bäumchen mitten im Sand wurde als Ziel auserkoren und ab ging es in die Sandberge. Ein Riesenspaß! Der Sand war fest und tragfähig, so daß die Dünentäler und -kämme eine riesige Achterbahn bilden – hoch und runter.

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Eine riesige Achterbahn

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Am Ziel

Natürlich geht die Spielerei nicht ohne Pannen ab. Jeder hängt irgendwann mal fest und muß wieder frei gezogen werden. Aber dafür sind wir ja hier!
Mich erwischte es an einer kurzen steilen Dünenflanke, wo es unten in einer Linkskurve weiter gehen sollte. Der Sand ist so fest, daß ich mit dem Vitara-Heck darin hängen bleibe und die Hinterräder nicht mehr den Boden erreichen, der rechte Vorderrad steht schon auf den nächsten Düne und das Linke dreht frei in der Luft. Mist! Gut daß wir alle CB-Funk haben und die Kollegen in der Nähe sind.

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Zu wenig Schwung

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Zu eng

Wie schon gesagt: es war eine geile Fahrerei und wir wollten ansich gar nicht mehr runter ins Lager, aber die Sonne ging so langsam unter, die Schatten wurden immer länger und beim hochfahren zum Dünenkamm schaute man direkt in die Sonnen und konnte dann anschließend nur schwer erkennen wie es nun weiter geht. Also trollen wir uns wieder ins Camp, wo wir noch stundenlang von den Dünen schwärmten.
Der Abend wurde dann noch von einem phantastischen Sonnenuntergang gekrönt, welcher die Dünenkette hinter uns in ein zartes rosa tauchte. Die untergehende Sonne hinter dem Brunnenhäuschen und die Venus direkt über dem Horizont ergaben noch so manch tolles Fotomotiv.

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”Dünen”glühen

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Abendstimmung

Wir dachten schon der Abend wäre nicht mehr zu toppen, da servierte Gunther Schneide das Abendessen: Sauerländer Rouladen mit Rotkohl… Mmmhhhh, Lecker!
Daß der Abend dann gemütlich mit ein, zwei Bierchen am Lagerfeuer endete brauche ich, glaube ich, nicht mehr extra zu erwähnen.

31.12.2006; Sylvester

Auch heute morgen haben wir wieder dichten Nebel. In Verbindung mit dem Brunnenhaus und den kleinen Sanddünen kommt unvermittelt der Eindruck eines Friedhofs auf, mit Kappelle und frisch aufgeworfenen Grabhügeln. Gruselig…
Zudem mach meine Digitalkamera zicken, so daß ich wieder meine gute alte Oplympus APS-Kamera heraus kramen muß. Deswegen gibt jetzt hier und da ein anderes Bildformat.

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gruselige Morgenstimmung

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Warten auf die Abfahrt

Frühstücken, Camp abschlagen – die übliche Routine. Heute geht es erstmal wieder zurück in die Zivilisation – nach Douz. Wir fahren vom Brunnen in gerade Linie zum Café Porte du Sahara, Dabei überqueren wir mehrere Dünenfelder. Heute geht das nicht ganze so problemlos wie in den letzten Tagen. Einige Fahrzeuge müssen wieder frei geschleppt werden und einer verliert sogar sein Reserverad unter der Pickup-Ladefläche.

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Hängt!

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So ein blödes Sandloch

Während die “richtigen Geländewagen”[TM] noch im Sand “spielen”, fahre ich meinen Vitara mal auf ein Sanddüne um ein paar Poser-Fotos zu machen. Eine Eisdiele gibt es hier ja nicht… :twisted:

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Ist noch Platz im nächsten VFF-Kalender?

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…und noch ein Bild von vorne…

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…und einmal rund herum…

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Oder lieber das: Die große Freiheit ruft…

Im Café machen wir unsere Mittagspause und fahren dann über eine übele Piste weiter nach Douz zum tanken und zum einkaufen. Früher konnte man hier noch richtig schön heizen, aber nun ist die Strecke von Sandverwehungen nur so übersät. Der weichgefahrene Sand (Fesch-Fesch) in den Spurrillen tut sein übriges um ein Vorwärtskommen zu behindern.

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Mittagspause

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Schon wieder Kaffeetrinken

Nach dem Auffüllen der Vorräte und einem Kaffee auf dem Marktplatz von Douz geht es über Asphalt nach Sabria, einem kleinen Ort südwestlich von Douz. Dort hat man ein altes Französische Fort wieder aus dem Sand ausgegraben und nutz dies nun als Restaurant und Campingplatz.
Für die Sylvesternacht ist dort ein Tunesische Abend organisiert worden – so richtig auf der Tourie-Schiene… ;-)

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Vor dem alten Fort

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Wo geht diese Telefonleitung wohl hin?

Na gut, eine richtige Toilette und Wasser zum Duschen und Waschen haben aus seine Vorteile. Nach ausgiebiger Körperpflege starteten wir mit Glühwein am Lagerfeuer in den Abend. Die aus Douz bekannte Folkoregruppe trat auf, mitsamt der Dudelmusik, Bauchtanz und Jonglageeinlagen. Unter Beduinenzelten wurde dann traditionelles Tunesisches Essen serviert und ruckzuck vergingen die Stunden bis Mitternacht.

24:00 Uhr – Prost Neujahr :!:

Das neue Jahr wurde ordentlich mit Sekt begossen. Das mitgebrachten Feuerwerk wurde abgebrannt und endlich konnte ich die blöden Raketen aus dem Auto räumen, die mich die letzten Tage immer
wieder genervt haben, weil ich ja die Holzstäbe nicht abbrechen wollte. Die anwesenden Tunesier waren hellauf begeistert, so daß ich zum Schluß meine Raketen an die Jungs verschenkte damit diese sie starten konnten. Wie die kleinen Kinder… :-D
Um 01:00 Uhr wurde dann das Notebook heraus geholt und “Dinner for one” gezeigt – Was muß, das muß :!:

Nach dem reichlichen Genuß alkoholische Getränke endete der Tag dann irgendwann früh morgens. Das neue Jahr hatte angefangen und als erstes stand Ausschlafen auf dem Plan. Das neue Jahr könnte nicht besser beginnen…

Einen hab‘ ich noch…

Mottek

Tunesien 2006.4

…so, nun zum letzten Teil meines Reiseberichtes, ich hoffe ich habe bis hierhin keinen gelangweilt!

01.01.2007; Neujahr

Ausschlafen war dann doch nicht so. So ein Zelt ist eben kein ruhiges Hotelzimmer und eine Luftmatratze eben kein breites Bett. Zudem taten einem noch die Knochen weh vom Abend zuvor, als wir stundenlang im Schneidersitz vor den niedrigen Tischchen in den Beduinenzelten gehockt haben.
Egal, neuer Tag – neues Glück!
Das Frühstück viel heute aus, dafür gab es am späten Vormittag einen leckeren Brunch; sogar geräucherter Lachs wurde aufgefahren.

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Noch ein bisschen müde vom Vortag

Nachdem wir uns alle gestärkt hatten und zum Abmarsch bereit standen, wurde ein Track bzw. eine Route ausgeteilt und wir in drei Gruppen aufgeteilt. Die beiden ersten Gruppen sollten sich anhand der Koordinatenpunkte selbständig ihren Weg durch das vor uns liegende Gewirr aus kleinen Chotts und Sanddünen suchen. Die dritte Gruppe um den Tour-Guide behauptete das alles schon zu kennen und eine Abkürzung fahren zu wollen um das Camp herzurichten bis der Rest dann endlich eintrudelt.
Die Warnung noch in den Ohren, möglichst nur dort zu fahren wo erkennbare Reifenspuren die Befahrbarkeit vermuten lassen (was allerdings mehr für die Chott-Durchfahrten gedacht war, wie es sich später herausstellte…), fuhr ich vorne weg und der Troß folgte mir. Die Gruppe war der Ansicht, daß ich mit meinem leichten Suzuki vorneweg fahren sollte, da das Autochen leichter zu bergen sei als ein “richtiger Geländewagen”[TM]. Selbstredend, daß ich ihnen diesen Spaß nicht gegönnt habe!
Mit den Reifenspuren ist das auch so eine Sache; auch Eselskarren hinterlassen solche. ;-) Es ist schon erstaunlich, wo die Tunesier mit den Dingern überall herumfahren und welche Dünen sie damit überwinden. Ein mancher Geländewagen hatte da seine Probleme.
Irgendwie führten uns die gefunden Spuren aber nicht zu den eigentlich geplanten Wegpunkten, so daß wir beschlossen es reiche zur Aufgabenerfüllung sie von Ferne gesehen zu haben. :-)
So zogen wir weiter Richtung Südwesten, bis wir bemerkten, daß Gruppe Drei hinter uns fuhr… Wir blockierten deren “Abkürzung”. ;-)
So kam es wie es kommen musste, unsere Gruppe erreichte als erste das Ziel des heutigen Tage, den Bir Feggoussi, einen alten, aufgelassenen Palmenhain, in der Mitte des Sandmeeres.

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Strategische Beratung – wie geht es weiter?

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Erster :!:

Die Proteste der zweiten Gruppe, wir hätten die Wegpunkte gar nicht angefahren, übergingen wir geflissentlich. Wie sangen schon Queen: “No time for loosers; we are the champions…” ;-)
Die übliche Routinearbeiten zum Abend, Camp und Küche aufbauen, Zelte aufstellen und Lagerfeuer entfachen waren schnell erledigt. Endlich konnten sich die, die ganze Zeit unnötig mitgeschleppten , Sandbleche nützlich machen; zum Abdecken von zwei offenen Brunnenlöchern.

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Für was hat man den Sandbleche?

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Unvergesslicher Sonnenuntergang hinter Palmen

Der Abend endete wie üblich am wärmenden Feuerchen und die einzige Sorge galt den sich rapide verringernden Alkoholvorräten. ;-)

02.01.2007; Sandrosen

So langsam geht unsere Reise zu Ende und man macht sich Gedanken um diverse Mitbringsel. Heute war die Fahrt zu einem Sandrosen-Feld geplant um sich mit den bizarren Schönheiten der Wüste einzudecken. Über kleine Buckeldünen und brettflache Chotts ging es zu einer großen Ebene, über und über bedeckt mit kleinen Haufen von Sandrosen in allen Größen und Formen. Durch geschicktes Timing ;-) ist meine Kiste mit den Biervorräten jetzt leer und so wandern die Gipsausblühungen, eine schönere als die andere, gepolstert durch einige Schaufeln Sand, in diese hinein. Die Jungs, die mir helfen die Kiste wieder zu verladen, heben sich fast einen Bruch daran.

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In voller Fahrt über den Chott

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Unser Führer Amor mit seiner Ausbeute an Sandrosen

Nachdem sich alle ihre Sandrosen gesammelt und sich am Mittagstisch gestärkt haben geht die Fahrt weiter nach Südwesten, zu unserem letzten Nachtlager außerhalb der Zivilisation, zum Brunnen Bir Mehdeth. In Gegensatz zu den zuvor besuchten Brunnen gibt es hier noch Wasser und rund um den Brunnen hat sich eine kleine Vegetationszone gebildet. Die Frage ist nur wie lange noch, denn früher hätte hier mal ein richtiger Palmengarten existiert, von dem jetzt nur Reste übrig wären, berichtet unser Tour-Guide Gunther Schneider.

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Nachtlager am Brunnen Bir Mehdeth

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Die Wüste abschiedet sich mit einem letzten grandiosen Sonnenuntergang

Die Sonne verabschiedet sich nochmals mit einem grandiosen Lichtspiel und der Vollmond steht hoch am Firmament und erleuchtet die Nacht taghell. Nach dem Abendessen trifft man sich im großen Kreis um das Lagerfeuer, erzählt noch ein paar Geschichten und Geschichtchen, die nun wirklich allerletzten Alkoholika werden selbst geleert oder brüderlich verteilt (Wie immer bei so großen Gruppen gibt es natürlich auch unrühmliche Ausnahmen…) und man verabschiedet sich so langsam von der Wüste. Morgen geht es zurück in die Zivilisation.

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Der letzte Abend am Lagerfeuer

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Mondhelle Nacht

03.01.2007; Unfall

Ein letztes Mal das Camp abbauen, Schlafsack und Luftmatratze verstauen, das Zelt abbauen und dann alles wieder ins Auto räumen, verstauen und fest zurren. So langsam hat man sich daran gewöhnt. Es geht zurück nach Douz, wo eine warme Dusche, ein reichhaltiges Abendessen-Büffee, ein paar kühle Bierchen und anschließend ein richtiges Bett auf uns warten. Die Wüste macht einem Bescheiden.
Ein letztes Mal geht es über versandete Pisten und topfebene Chotts. Den Spaß muß man auskosten solange es noch geht…

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Auf dem Rückweg fahren wir gegen die windabgewande, steilabfallende Seite der Dünen

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Wie auf einer Autobahn

Daß die Chotts tückisch sind hatten wir schon am Vortag “erfahren”. Der Boden sieht zwar fest und tragfähig aus, ist aber im Gegenteil recht weich und die Autos versinken darin etliche Zentimeter, wenn man die festgefahrenen Spuren verläßt. Der Boden ist richtiggehend Kräfte zehrend und selbst mit Vollgas kam ich kaum über die 60 km/h hinaus. Trotzdem schwärmen wir in breiter Front aus und jeder sucht sich seinen Weg, das grenzenlose Gefühl der Freiheit genießend.
Dann passierte, was so eigentlich nicht passieren sollte. Ein Mitfahrer übersieht bei voller Fahrt das 50 cm hohe Dünchen am Ende des Chotts, das Auto wird in die Höhe katapultiert und schlägt nach drei Metern freiem Flug mit der Schnauze voran wieder in die Düne. Wie bei einem Granateinschlag spritzt der Sand in alle Richtungen davon. Das Auto macht einen halben Kopfstand und fällt dann wieder auf alle vier Räder zurück. Gottseidank ist der Fahrer angeschnallt und ihm passiert nichts. Das Glück hat die Vorderachse leider nicht; die massive ARB-Windenstoßstange hat zwar einiges abgefangen, aber das rechte Vorderrad hat etwas abbekommen und der Wagen steht irgendwie X-beinig da.

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Vorderachse gebrochen

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Einsam steht ein Auto im Chott

Krisenmanagement ist angesagt. Nach dem klar war, daß keine Personenschäden zu verzeichnen sind wird das aus der Vorderachse auslaufende Öl aufgefangen und der Schaden begutachtet. Schnell ist klar: Das Auto fährt so keinen Meter mehr!
Gut daß das Mobiltelefonnetz in Tunesien recht gut ausgebaut ist und wir nicht mehr weit vom nächsten Ort entfernt sind. Der Abschleppdienst in Douz wird benachrichtigt und zur Unfallstelle beordert. Derweil zieht sich der Rest der Mannschaft, erst einmal zur Mittagsrast an eine nur wenige hundert Meter entfernten Quelle zurück. Die Stimmung ist nun nicht mehr ganz so fröhlich und das Warten beginnt.
Der Abschlepper kommt und kommt nicht bei und irgendwann reist der Geduldsfaden. Daran, daß in Tunesien nicht alles so schnell geht, sollte man sich gewöhnen, aber hier läuft irgend etwas schief. Also wechselt man auf eine 3-Gruppen-Strategie: ein Fahrzeug bleibt beim Verunfallten, zwei weitere fahren mit dem einheimischen Führer zur nächsten Hauptstraße und schauen wo der Abschlepper bleibt und der Rest der Gruppe fährt mit Gunther Schneider eine andere Strecke, ebenfalls Richtung Hauptstraße und dann weiter nach Douz ins Hotel. Die geplant Ausfahrt an den großen Salzsee Chott el Jerid muß aus verständlichen Gründen entfallen. Wir streifen auf der Rückfahrt nur ein paar Ausläufer.
Spätnachmittags sind wir dann wieder in unserem Hotel Saharien Paradies in Douz. Schnell noch die Autos getankt und dann ab unter die warme Dusche. Herrlich. Leider ist das zum Hotel gehörende Thermalwasser-Schwimmbad nur mit kaltem Wasser gefüllt, sprich es läßt keiner warmes Wasser nachlaufen. Ärgerlich, da ich mich schon auf ein paar Runden im Pool gefreut hatte.

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Ausläufer des Chott et Jerid

Kurz vor dem Abendessen trafen dann auch der Havarist und sein Bergetrupp im Hotel ein.
Über die Bergeaktion, bei der ich leider nicht dabei war, werden wohl noch in Jahren an den Lagerfeuern berichtet werden: Statt eines kräftigen Unimog schickte der Abschleppdienst einen altersschwachen Landy mit selbstgebastelten Kranaufbau. Beim Anheben des Unfallwagens bogen sich schon die Blattfedern und der Kran, so daß jeder dacht “Gleich bricht die Kiste zusammen”. Beim Losfahren hoben sich die Vorderräder des Landy, wie beim Traktor-Pulling, in die Höhe und in der ersten Düne steckte er dann fest. Ein weiteres Fahrzeug mußte vor den Landy gespannt werden um diesen zu ziehen, gleichzeitig schob das Unfallauto, dessen Hinterachse ja noch in Ordnung war.

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Legendäre Bergeaktion

In Douz wurde der Unfallwagen dann begutachtet und, da eine Reparatur dort technisch und zeitlich nicht möglich war, gleich auf einen Autotransporter verfrachtet und nach Tunis geschickt. Wenn man Tunesien mit dem Auto betritt wird dieses in den Reisepaß eingetragen und ohne kommt man nur mit großen Schwierigkeiten wieder raus. Jedenfalls saßen Gunther Scheider, der Unfallfahrer, unser Führer und der Chef vom Abschleppunternehmen noch bis tief in die Nacht um den ganzen Papierkrieg zu bewältigen.

Der Rest feierte derweil seine letzte Nacht in Douz.

04.01.2007; Douz – Tunis

Alles geht einmal zu Ende und so auch unser Aufenthalt in der Wüste. Frühmorgens, gleich nach dem Frühstück, verließen wir Douz und machten uns wieder auf den Weg nach Tunis. Diesmal fuhren wir über Kebili, dem Chott el Fejaj (dem nordöstlichen Ausläufer des Chott el Jerid), an den Resten des römischen Limes in Afrika vorbei und über Gafsa in Richtung Kairouan um gleich dahinter über die Autobahn nach Tunis zu gelangen. Ich kann nicht sagen was schlimmer ist, gegen die tiefstehende Sonne nach Douz zu fahren oder in den Feierabendsverkehr von Tunis hinein zu geraten. Wenn einem dann noch ein paar trottelige Österreicher mit ihrem Expeditions-Mobil fast von der Straße kicken, wird es auch nicht lustiger…

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So weit man sieht: nur Salzsee

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Am Limes, wie zu Hause ;-)

In Tunis waren wir auch wieder im gleichen Hotel am Hafen. Nach dem Abendessen ging es dann in die hauseigene Disco, es galt die letzte Nacht in Afrika zu feiern.

05.01.2007; Tunis – Genua

Machen wir es kurz; der Urlaub neigt sich langsam seinen Ende zu. In La Goulette, dem Hafen von Tunis, tanke ich noch mal alle Kanister und Tanks voll. Bei einem Sprittpreis von umgerechnet 0,67 €uro wünscht man sich einen größeren Tank. Wir fahren recht zeitig zur Fähre und werden fast durchgewunken, in Nullkommanichts sind alle Formalitäten erledigt und ich stehe schon vor der Laderampe. Und was ist mit meinen Mitbringsel? Also erst noch das Auto an die Seite geparkt und hinein in den Souvenierladen, die letzten Dinar auf den Kopf zu hauen. Die Zöllner schauten zwar skeptisch, aber der Verkäufer war nachher mein Freund. ;-)
Auf der Fähre durfte ich mal wieder oben stehen; Glück gehabt dachte ich…
Die Fähre legte dann auch relativ pünktlich ab, nur eine Stunde Verspätung und die Auslastung lag im Rahmen des üblichen
Das Mittelmeer zeigte sich von seiner rauhen Seite und beim Abendessen fehlten dann schon einige.

06.01.2007; Genua

Am nächsten Morgen ist es dann ruhiger, wenn das Schiff unter Land an Sardinien und Korsika vorbei fährt.
Genua erreichen wir fast pünktlich und das Geschiebe und Gedränge zu den Autodecks beginnt. Da wir alle relativ weit vorne stehen hoffen wir auch gleich raus zu können, Daß das Mitteldeck erst leer gefahren wird ist ja noch zu verstehen, daß dann aber erst das Nachbardeck ausgeladen und dies dann hoch und runter gefahren wird um ein paar LKWs raus zu lassen… Ob da auch jemand Kugelschreiber dabei hatte?
OK, zwei Stunden später war ich dann endlich auf der Autobahn Richtung Norden. Die italienische Grenzformalitäten beschränken sich zwar nur auf einen Zettel, dafür ist das dortige Chaos bei der Ausfahrt um Längen schlimmer als in Tunesien.

Um 21:00 Uhr war ich dann bei Freunden in Ulm. Ansich wollten wir in die Pizzeria, aber die Mitfahrer kamen einfach nicht bei: den einen erwischte ein kapitaler Motorschaden gleich hinter Bregenz, die anderen hatten noch mit einem Plattfuß und mit Batterieprobleme zu kämpfen.

Karte

Damit man eine Vorstellung bekommt, wo wir in Tunesien herum gekurvt sind:
– Oben in der Mitte ist die Oase Douz am Chott el Jerid
– Unten in der Mitte findet sich das Becken des Tembain
– Unten – Links findet sich die Oase Ksar Ghilane
– Unten – Rechts ist dann der Brunnen Bir Mehdeth
Das Satellitenbild erstreckt sich ca. 120 km Ost – West und ca. 100 km Nord – Süd

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Fahrstrecke Tunesien 2006

Fazit

Zu Hause hatte ich dann 19790 km auf dem Tacho, In zwei Wochen bin ich knapp 3370 km gefahren. Den Verbrauch habe ich nicht aufgeschrieben, aber wenn man den Wagen auf der Autobahn gleichmäßig laufen läßt hält er sich in Grenzen. Einen Liter Öl habe ich auch nachgefüllt, was bei einem Motor mit fast 220.000 km auch nicht schlimm ist.
Bis auf das Problem mit der Fahrertür, die nun beim öffnen durchhängt, verlief die Fahrt ohne technische Pannen und auch das Durchhängen der Tür ist kein spezifisches Problem dieser Wüstentour, sonder eher ein Problem des Alters…

Ventura-Tours und Gunther Schneider als Reiseveranstalter kann ich nur empfehlen. Neben Voll-Verpflegung, kompetenter Touren-Führung und individuell auf die Teilnehmer abgestimmter Touren stimmt auch im Fall des Falles das Krisenmanagement.

Ich hoffe euch haben meine Ausführungen gefallen und vielleicht trifft man sich ja einmal am Pool von Ksar Ghilane zu einen Kaffee. :cafe:

Mottek

Tunesien 2006.Bonus

Hallo Leute;

Anbei habe ich noch ein paar schöne Bilder und Anekdoten, welche ich bei meinem großen Reisebericht ausgespart habe. Man muß uns ja im Internet nicht ewig beim Verspern und Pausemachen betrachten oder sich das Maul darüber zerreißen, welches nun der bessere Geländewagen ist. Vielleicht ist es nur Zufall, daß ich den einen oder anderen festhängenden Wagen öfters abgelichtet habe oder auch nicht… 😉

Jedenfalls habe ich hier noch ein paar persönlichere Bilder zusammen getragen. Ich habe diese Serie nicht im Internet veröffentlicht und habe dies auch nicht vor, noch wollte ich sie an Leute verschicken, die nicht bei der Tour dabei waren, weil die einfach nicht mitreden können. Ich bitte darum, daß ihr das genauso handhabt und diesen Bonus-Teil meines Reiseberichtes von unserer Sylvester-Tour 2006 nicht wahllos weiterleitet.

So, genug geredet, hier die Bilder…

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Prost! Die Reise kann losgehen…

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Leckeres Frühstück in Tunis

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Und schon wieder beim essen

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”Die armen Schafe, ich kann jetzt kein Schafsfleisch mehr essen…”
Aber Schafsfelle kaufen? Ob die Schafe diese wohl freiwillig ausgezogen haben? 😉

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4×4-Werkstatt in Douz

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Vermummungsverbot

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Wenn er sitzt, dann sitzt er…

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”Ich bin die Zuckerpuppe, aus der Bauchtanztruppe…“

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Tanzende Derwische 😉 (zum Video, ca. 11MB)

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Bis zur bitteren Neige…

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Kampf mit den Zeltstangen

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So kann man das Leben genießen…

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Na, wer macht das schönste Foto?

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Hmmmm, das schmeckt!

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Lauter Schaulustige

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Grübel… wie komme ich da hoch?

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Die Wachposten beobachten die Bergeaktion…

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…und Amor grinst von einem Ohr zum anderen

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Auf der Mauer, auf der Lauer, …

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Das Damenteam am Berg der Verzweiflung

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Und es wollte einfach nicht klappen

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Tunesischer Schaukelstuhl

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Full Speed

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Wo geht es denn hier weiter?

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Kein Netz! Macht nichts, es sind ja auch keine Fische da…

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Sonnenaufgang am Bir Gif el Boum

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Wir waren hier…

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Jubel…

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Olympiada Cervezera

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Da strahlen Zwei um die Wette

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”Ramontischer” Sonnenuntergang

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Safari in Tunesien

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Festgefahren

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Lagerfeuerromantik

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Aua, hier fehlt ein Stück Reifenspur

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Der Sand steckt bis in den Federn

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Auf der Rückfahrt

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Joschka, unser Wachhund

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Stürmische Überfahrt

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Wir freuen uns alle auf das nächste Mal

So, ich hoffe euch haben die Bilder gefallen.
Wenn nicht, müssen wir wohl nochmals runter fahren und neue machen. 😉

Bis demnächst, sei es auf einer Düne bei Ksar Ghilane oder in einem Schlammloch in Ungarn oder auf einsamen Schotterpisten in den Alpen…

Volker

Westalpen 2006.5

So, einen hab ich noch…
Ich muß dann mal langsam zum Schluß kommen, denn der schönste Urlaub geht irgend wann mal zu Ende…

17.07.2006; Assietta
Die Nacht über kam ein Unwetter herunter und über dem Lac du Mont Cenis und den umliegenden Bergen hingen die Wolken immer noch recht tief. Aber was soll man machen, solange es nicht regnet und gewittert kann man es immer versuchen eine schöne Piste zu befahren… Ich war ja nicht zum Vergnügen hier… ;-)
Also wieder hinunter nach Susa und auf der anderen Seite hoch zum Colle delle Finestre (2176 m, Kz 420). Die schönen, enge Kehren brachten mein Navi ganz schön durch einander, das ständige „Bitte wenden sie nach Möglichkeit!“ zerrte an den Nerven. Grrr. Durch dichten Wald geht eine herrlich geschwungene Asphalt-Piste bergauf um dann über Schotter bis zu Paßhöhe weiter zu führen. Im Susa-Tal standen immernoch die Wolken und es sah toll aus, wie diese über den Paßeinschnitt ins Nachbartal waberten.

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Kurz unterhalb des Colle delle Finestre

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Die letzten Kehren im Nebel

Vom Colle delle Finestre geht es erstmal wieder bergab bis zu Pian dell‘ Alpe (1917 m) und von dort auf die Assietta-Kammstraße (2567 m, Kz 423). Anfangs neu asphaltiert, zieht sich der Weg in Höhen von 2000 – 2500 Meter 35 km lang über den Höhenrücken zwischen den Susa- und dem Chisone-Tal (wo viele Austragungstätten der letzten olympischen Winterspiele liegen). Im späteren Verlauf wechselt der Belag in Schotter und führt am südlichen Berghang immer weiter ins Tal hinein.

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Wolken auf der Assietta-Kammstraße

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Nach der nächsten Kurve sieht die Welt ganz anders aus

Die Straße steigt an der Testa dell‘ Assietta bis auf 2567 Meter hinauf. Auf dem Gipfel befinden sich Befestigungsanlagen aus kriegerischeren Zeiten und eine Tafel erinnert an die Assietta-Schlacht welche hier 1747 tobte. Heute lag der Berg unter einem friedlichen Sonnenschein und die Wolken standen in den umliegenden Bergen, als ob diese brennen würden.

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Gedenkstein an der Testa dell‘ Assietta

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Befestigungsanlagen über den Wolken

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Brennende Berge?

Weiter ging es Richtung Westen, mal links, mal rechts des Grates. Wieder einmal fielen mir die vielen Schmetterlinge auf, welche über die Almwiesen flatterten und einer tat mir sogar den Gefallen sich wärend meiner Mittagspause zu mir zu gesellen. Dafür hat er hier einen Extraplatz verdient. :-)

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Das Wetter wurde wieder schöner

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Stillhalteabkommen

Am Ende des Wege hat man dann herrliche Ausblicke auf den Mont Chaberton (3136 m, Kz 418) und kann sich die Auffahrt um Mont Jafferau (2801 m, Kz413) aus der Ferne betrachten. Leider fehlte mir dieses Jahr die Zeit für solche ausgedehnten Touren. Also hinunter nach Sauze d‘ Oulx, einer häßlichen Wintersportsiedlung und Richtung Cesana Torinese (Olympische Bobbahn) um noch ein kleines Schotterstäßchen zum Colle Bercia (2248 m, Kz 424) unter die Räder zu nehmen. Den Abzweig zum Lago Nero habe ich irgendwie verpasst und bin stattdessen entlang der Skipiste nach Clarière hinunter gefahren. Dies war auch eine sehr schöne Strecke mit herrlichen Kurven und tollen Gefällstrecken, das nächste Mal muß ich sie unbedingt in Gegenrichtung befahren.

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Das Ende ist Nahe, recht der Mont Chaberton

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Auf dem Colle Bercia

Über gut ausgebaute Straßen ging es dann im Eiltempo über Sestriere und Pragelato (jawohl: Winterspiele…) zur Festung Fenestrelle. Leider war die Zeit schon ein wenig fortgeschritten, so daß eine Besichtigung nicht in Frage kam. Hinter Fenestrelle findet sich dann wieder die südliche Auffahrt zum Colle delle Finestre (2176 m, Kz 420) welchen ich schon auf der Hinfahrt überquert hatte. Der Weg führt am Hintereingang der Festung und am Rande eines Naturparks vorbei, wieder über den Paß und hinunter nach Susa. Das Navi nervte wieder in den Serpentinen der Nordrampe und die Strecke Susa – Mont Cenis kannte ich nun schon aus dem Eff-Eff.

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Hintereingang der Festung Fenestrelle

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Abendstimmung

Bei einem leckeren französischem 4-Gänge-Menü und einem frisch gezapften Bierchen ließ ich den Tag ausklingen.

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Feierabendsbier

17.07.2006; Richtung Heimat
Jeder Urlaub geht mal zu Ende und es wurde langsam Zeit, sich wieder in Richtung Heimat zu orientieren. Aber nicht ohne zuvor nochmal irgendwo hinauf gekraxelt zu sein. Rechts des Col du Mont Cenis war im Denzel noch der Col de la Met (2740 m, Kz 487) verzeichnet und des er sozusagen auf dem Heimweg lag, hab ich ihn natürlich noch „mitgenommen“. Über eine recht staubige Piste ging es in die Höhe bis zur Endstation eines Skiliftes. Wurden die Wege früher zu kriegerischen Zwecken angelegt, dienen sie heute wohl eher zur Vorbereitung des Skitouristenüberfalls. Aus der versprochenen tollen Aussicht auf den Mont-Cenis-Stausee wurde leider nichts, da sich jede Menge Wolken von unten den Berg hinauf stemmten. Das nächste Mal…

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Theoretisch hätte ich jetzt eine tolle Aussicht

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Aber die Wolken haben auch ihren Reiz

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Ein letztes Mal Schotter; Seufz

Also ging es den Berg wieder hinab und durch das Arc-Tal auf die Autobahn in Richtung Albertville. Mein Navi wollte mich unbedingt nach Genf weiterleiten und mich über die schweizerischen Autobahnen scheuchen, aber da ich erst noch mal bei Ulm und Augsburg vorbei schauen mußte, nahm ich eine Strecke diagonal durch die Schweiz, von unten, links nach oben, rechts.
Über Chamonix nach Martigny, weiter das Wallis hinauf, über die Furkastraße (2431 m,Kz 175), am Rhonegletscher vorbei nach Andermatt, die Via Mala hinab nach Göschenen und über die Autobahn Richtung Sankt Gallen an den Bodensee, durch Bregenz gegurkt um den Össis die Maut nicht zu gönnen, ging es über Lindau dann in die Nähe von Ulm. Natürlich hatte ich mich in der Zeit gewaltig verschätzt und kam erst spät in der Nacht an… Trotzdem war es schön…

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Furkastraße mit den kläglichen Resten des Rhone-Gletschers

Den Rest des Urlaubs verbrachte ich dann noch mit ein bisschen Arbeit. In Ulm habe ich den abgeklemmten Internet-Zugang eines Freundes wieder gerichtet und für einen anderen Freund habe ich in Augsburg noch einen Motorblock abgeholt, es lag ja, mehr oder weniger, auf dem Weg. Am Donnerstag Abend, zwei Wochen nachdem ich losgefahren war, war ich wieder zu Hause…

Alles in allem war es wiedermal ein gelungener Urlaub!

-=ENDE=-

Mottek

Westalpen 2006.4

So nach einer kurzen Pause geht es weiter, ich bin ja lange noch nicht zu Hause…

14.07.2006; Zu guter letzt…
Am letzten Tag der Tour stand dann nochmal die Maira-Stura-Kammstraße (2416 m, Kz 438) auf dem Programm. Über den Collenetto di Canósio (auch Colle San Giovanni genannt) (1650 m, Kz 439) ging es ins Preit-Tal um von dort auf die Hochalmen im Bereich zwischen 2000 und 2400 Meter auf zu steigen. Wie das bei Google Earth aussieht habe ich schon weiter oben dargestellt. Nach einer kleinen Kaffee-Pause im Rifugio am Colle del Preit ging es dann ums große Rund, rund um den Bric Servagno (2480 m), der wie bei einem Roulette-Kessel in der Mitte steht.

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Hochalmen um den Bric Servagno

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Die Rocca la Meja (2831 m) immer im Blick

Kurz nach der obligatorischen Mittagsrast mußten wir am Colle Cologna (2394 m) etwas langsam fahren, ein Felssturz hatte Teile der Fahrbahn blockiert und die großen Fahrzeuge mußten zentimeterweise eingewiesen werden. Vitaras und Jimnys haben damit natürlich kein Problem, es reichte sogar noch zum aussteigen und fotogaphieren…

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Felssturz am Colle Cologna (2394 m)

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kein Problem für einen Vitara

Über den Colle Valcavera (2416 m) ging die Fahrt nun wieder zum Colle dei Morti (2481 m, Kz 437), den wir am Vortage schon mal besucht hatten, nur heute war das Wetter wesentlich freundlicher. Der Paß hat vier Zufahrten und wir nahmen jetzt die letzte auch noch unter die Räder. Über Asphalt ging es hinunter ins Grana-Tal nach Pradlèves. Die nächste Bar war dann wieder unser, um uns mit Espresso zu stärken.

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Das Santuario di San Magno (1760 m) im Grana-Tal

Da die angedachte Straße über den Colle del Gerbido, laut der Aussage Einheimischer mit zu befahren sein und angesichts der zur fortgeschrittenen Stunde fehlende Experimentierfreude, fuhren wir das Grana-Tal weiter hinunter und überquerten bei Montemale di Cuneo den Höhenrücken zum Maira-Tal und fuhren wieder nach Acceglio zurück. Nach fünf Tagen fast nur Schotter war es wieder einmal ganz angenehm glatten Asphalt unter den Rädern zu haben, zudem mit dem Vitara das Cruisen auf der geschwungenen, gut ausgebauten Straße auch einen Heidenspaß macht.

Der letzte Abend war angebrochen und eine gewisse Wehmut machte sich breit. Aber nach einem guten Abendessen und einigen Grappas besserte sich die Stimmung zunehmend. Unser Touren-Leiter Gunther Schneider meinte noch den Abend mit einem Quiz auflockern zu müssen, was haushoch für mich entscheiden konnte; wenn er auch ständig nur nach irgendwelchen Pässen, Gipfel und Straßennamen fragt… :-)

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Abschiedsstimmung – und alle lachen…

15.07.2006; Richtung Heimat
Oder doch nicht so ganz… Ich hatte noch ein paar Tage Zeit und wenn man schon mal hier ist…
Also am Morgen war erstmal Verabschieden angesagt. Die Gruppe verstreute sich in alle Richtungen und ich nahm die nach OBEN. Im Denzel stand etwas von einem Paß hinter Acceglio mit immerhin 2830 Meter – also hinauf – so hoch war ich dieses Jahr noch nicht gewesen.
Die Strecke hinter Acceglio zum la Colletta (2830 m, Denzel Kz 434) ließ sich eigentlich ganz gut fahren. Ich habe für die Hin- und Rückfahrt ca. 3 Stunden benötigt. Auf ca. 1850m, bevor die Straße bei einem Wasserfall über eine Brücke führte, lag zwar ein Felsblock auf der Straße, die Durchfahrt war aber immer noch 2 Meter breit (nachgemessen!). Auf 2500m, ebenfalls bei einem Wasserfall mit Brücke, stand dann ein einfaches Verbotsschild. Die Straße wurde dann wegen Erdrutsche und Wasser etwas schmierig und teilweise schlammig, aber nichts was einen Vitara aufhalten kann. Nach der letzten Kehre auf 2800m, noch teilweise mit Altschnee bedeckt, aber mit genügend Platz zum Wenden, ging es dann nicht mehr weiter, weil der Weg halb verschüttet war (siehe unten). Die letzten Meter bin ich dann eben zu Fuß gegangen bis zur Passhöhe auf 2830 m. Höher ging es nimmer…
Wenn man schon glaubt, daß es irre sei mit dem Auto dort hoch zu fahren, dann frage ich mich was man von den Mountainbiker und Wanderen halten soll, die sich da hoch quälen? Ich hab dann immer ein schlechtes Gewissen wenn ich, fröhlich ein Liedlein pfeifend, einfach so an denen vorbei ziehe, wärend die sich die Lunge aus dem Leib keuchen…

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Höhepunkt der Reise; wortwörtlich

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Weiterfahren wäre zu riskant

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Einsames Hochtal: Vallone Traversiera

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Aber tolle Wege…

Nachdem ich noch einen Hügel nördlich von Acceglio erkundet und dort ein wenig gevespert hatte trieb mich ein Unwetter, das von Westen nahte, in die Flucht. Also das Maira-Tal gen Osten hinunter und… da war doch noch was… ach ja, die Varaita-Maira-Kammstraße (2310 m, Kz 433), nördlich des Maira-Tales gelegen und sowieso in meiner Fahrtrichtung…
Durchs wild-romantische Elva-Tal, oder soll man besser Schlucht dazu sagen, mit seinen Tunnel und engen Kehren ging es hinauf zum Colle di Sampéyre (2284 m, Kz 432) und dann über die Kammstraße wieder in Richtung Osten. Am meisten machte mir das Wetter Sorgen. Dunkele Wolken hingen auf gleicher Höhe mit mir und ich wollte nicht unbedingt in ein Unwetter geraten, aber je weiter ich kam, desto mehr verflüchtigten sich diese. Durch blühende Weisenhänge und durch Schotterfelder, durch zugewachsene Wege und durch enge Serpentinen ging es über den Colle Birrone (1700 m) und vorbei am Santuario di Valmala (1379 m) hinab ins Varaita-Tal

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Die Elva-Schlucht

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Am Colle Rastcias (2170 m)

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Blühende Wiesenhänge und Schotterfelder wechseln sich ab

So, wie weiter? Nach Osten über die Autobahn nach Hause oder nach Westen, wieder in die Berge? Dumme Frage, ich hatte noch ein paar Tage Zeit, also das Varaita-Tal wieder hinauf. Genächtigt habe ich dann in einem Albergo in Pontechianale, mit vier (zu)jungen, hübsche Wirststöchtern und einer abenteuerlichen Treppenkonstruktion. :-)

16.07.2006; Tour de France
Weiter geht es Richtung Frankreich, über den Colle dell‘ Agnello (2746 m, Kz 430) hinunter ins Queyras. Schnell noch einen Abstecher auf den Sommet-Bucher (2257 m, Kz 515) um die herliche Aussicht zu erleben (naja, ein bischen Fahrspaß war auch noch mit dabei…).

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Blick vom Colle dell‘ Agnello (2746 m)nach Frankreich

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Die Gegenrichtung vom Sommet-Bucher (2257 m)

Weiter ging es dann über den von Tour-de-France-Fan belagerten Col d‘ Izoard (2361 m, Kz 511) nach Briancon (1321 m) der höchst gelegenen Stadt in Europa. Zwei Tage später fuhren die Radprofis über den Paß und ich hätte Pech gehabt mit meiner Fahrt gen Norden. Also machte ich mich schnellstmöglich aus dem Staub um nicht in das Verkehrchaos der Wohnmobilisten, Radfahrer und sonstiger Schaulustiger zu geraten, die die Strecke belagerten.

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Campingplatz auf 2300 Meter Höhe

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Verkehr wie in einer Fußgängerzone

Hinter Briancon fuhr ich nochmal schnell auf den Croix-de-Toulouse (1973 m, Kz 506) um die Aussicht auf das alte Festungsstädtchen zu genießen. Mein Versuch über den Col de Granon (2413 m, Kz 504) ins Clareé-Tal zu kommen scheiterte an den eindeutigen Verbotsschilderm und am hohen Publikumsaufkommen. Also versuchte ich ein paar andere vielversprechende Strecken, welche aber alle in Sackgassen endeten. Ein alleiniges Weiterfahren wäre einfach zu riskant gewesen, obwohl dort irgend welche Wege weiter führten, z.B war ich am Col de Buffère (2431 m, Kz 505) und ein paar Wege weiter unterhalb. Aber die Wege endeten einmal ein einem Brunnengebiet und einmal in einem Geisterdorf, wo ich keinen Ausweg fand.

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Briancon von oben

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herrliche Schotterpisten…

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..endeten leider immer in einer Sackgasse, hier in einem Geisterdorf

Der Rest des Tages ist schneller erzählt als gefahren. Ansich wollte ich in Briancon Station machen, aber als ich an der Festung ausstieg um mich nach einer Herberge umzusehen, brach ein fürchterliches Gewitter los. Das als Fingerzeig nehmend machte ich mich wieder auf die Piste und fuhr über den Col de Montgenèvre (1850 m, Kz 509) wieder Richtung Italien, da ich eh am nächten Tag dort die Assietta-Kammstraße befahren wollte und da ich keine Lust hatte mir im Unbekannten ein Quartier zu suchen fuhr ich wieder zum Mont-Cenis-Stausee hinauf ins Hotel Malamot, wo ich die Wirtsleute, die Zimmer und das gute Essen schon kannte.

Wird fortgesetzt, es fehlen noch zwei Tage…

Mottek

Westalpen 2006.3

Weiter geht es mit meinem Reisebericht

11.07.2006; Hinauf…
Heute stand der Monte Saccarello (2200 m, auch Kz 446) auf dem Programm. Von Triora ging es hinauf auf den Passo della Guardia (1461 m) und an der Südflanke des Monte Frontè (2153 m) entlang zum Colle del Garezzo (1795 m, Kz 448). Wie mit der Schnur gezogen liegt der Weg im grasbewachsenen Hang, links gehts 300 m hinauf zum Gipfel und rechts 1000 m hinunter ins Tal von Triora, um am Ende in einem Scheiteltunnel zu verschwinden.

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Wie mit der Schnur gezogen

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Ein gigantischer Ausblick

Über unzählige Querbuckel zur Wasserableitung ging es auf der anderen Seite wieder hinunter ins Tal. In Monesi haben wir uns noch einen Espresso gegönnt, bevor es wieder hinauf ging. Auf den Geschützstellungen des 2200 Meter hohen Monte Saccarello hielten wir dann unsere Mittagsrast. Das Ausblick ins benachbarte Frankreich ist grandios.

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Picknick auf 2200 m

Bei der Abfahrt hatten wir dann mit Gegenverkehr der tierischen Art zu kämpfen.

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Ein Zebra unter Schafen

Über den Passo Tanarello (2045 m, jetzt wieder Kz 446) ging es auf die Westumfahrung des Monte Saccarello, welche lange Zeit wegen Felsstürze etc. gesperrt war. Der Weg ist immer noch nicht einfach zu befahren; grobschottrig bis felsig, eng und ohne große Ausweichmöglichkeiten und die Reste von älteren Bergrutschen, welche mit den Autos umzirkelt werden mußten… Schön wars… :-)

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Lange gesperrt; die alte Grenzkammstraße

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Ein großer Felsblock liegt immer noch auf der Straße, aber man kommt daran vorbei

Tagesabschluß war dann wieder in Triora, bei einem reichhaltigen italienischen Menü mit Ligurischen Vorspeisen, selbstgemachten Tortellinis, Lammkoteletten, Rinderfilet und Kartoffel-Gratin und zum guter Schluß noch Nachtisch und einen guten Grappa. Hmmm.

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Triora, vom Colle del Garezzo aus gesehen

12.07.2006; …und hinfort
So, heute stand dann als Glanzstück der westliche Teil der ligurischen Grenzkammstraße (Kz 446) auf dem Programm. Bis Monesi nahmen wir den gleichen Weg wie am Vortage, nur etwas schneller, da wir die tollen Ausblicke ja alle schon kannten. Den Monte Saccarello ließen wir links liegen und schraubten uns langsam von 1800 m auf 2100 m hinauf. Ging es anfangs noch durch bewaldete Gebiete, so wurde der Wald immer spärlicher und machte dann Almwiesen und Felsen Platz. Die Krönung ist dann die Passage kurz vor dem Colle dei Signori (2111 m), wo die Trasse aus einer senkrechten Felswand heraus gearbeitet wurde. Wenigstens war die Stützmauer wieder repariert worden, bei meinem ersten Besuch hier oben fehlte da ein Stück und das Loch war mit Bohlen abgedeckt…

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An der Baumgrenze

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Felspassage; ein Stein brauch 3 Sekunden bis er untern aufschlägt…

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Das Stückchen fehlte früher mal… Schauder!

Am Colle dei Signori machten wir dann wieder Rast, wobei wir noch einen gestrandeten Franzosen auflasen. Der Ärmste hatte sich mit seinem Motorrad (Honda Transalp ?) kurz hinter dem Col de la Boaire hingelegt und den Bremshebel dabei abgebrochen. Nun war er von dort aus 8 km durch die Steinwüste an der Punta Marguareis zum Rifugio Barbera gewandert nur um dort zu erfahren daß man ihm auch nicht helfen könne und er bis morgen warten müßte, damit ihn einer mit nimmt. So hat er die Nacht auf der Schutzhütte verbracht und stand bis Mittags im „Schatten“ der Hinweistafel, bis wir dort aufgekreuzt sind. Wir haben ihn erstmal zum Mittag essen eingeladen und seinen Sonnenbrand mit Salbe versorgt. Ich habe ein wenig meinen Vitara aufgeräumt und die Kühlbox nach hinten verstaut und schon hatte ich einen Mitfahrer bis nach Tende, mit dem ich mich angeregt unterhielt. Die Schaukelei im Vitara schien ihm aber garnicht so zu behagen und ich hatte immer Angst, daß mein Gast plötzlich Seekrank wird. Die Abfahrt vom Tendepass wollter gar nicht geniesen… :twisted:

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Schon wieder bei der Mittagspause

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Die Straße verfällt so langsam

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Steinwüste

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Haarnadelkurve am Col de la Boaire

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Fort Central in Sicht

Über die Tendepassstraße (1871, Kz 444) ging es hinunter nach Tende zum Kaffeetrinken und dann weiter nach Saint Dalmas de Tende zu unserem heutigen Nachtquartier im Hotel le Prieuré. Französisches Menü mit Salat und Fisch…

12.07.2006; Teer
Heute ging es wieder zurück nach Italien. Über den Vallon de Castérine (1719 m, Kz 548) pirschten wir uns entlang des Nationalparks Mercanttour und der Baisse de Peyrefique (2040 m, Kz 549) seitwärts an den Colle di Tenda heran. Am Fort de la Marguerie (1842 m), der unvermeidliche Zwischenstop mit herrlichen Ausblicken auf das Fort Central und die Kehren der Tendepasstraße.

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Gruppenbild an der Baisse de Peyrefique

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Fort Central vom Fort de la Marguerie

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Unter Kehrengruppe der Tendepassstraße

Nach der Mittagsrast am Fort Central ging es dann auf der italienisch Seite des Tendepasses (1871, Kz 444) wieder hinunter ins Tal und auf Asphalt über Limone Piemonte, Vernante, Borgo San Dalmazzo nach Demonte. Nach einem erfrischenden Eis in den Arkaden des Städtchens fuhren wir dem Vallone dell Arma hinauf. Dies ist einer der Einstiege hoch zur Maira-Stura-Kammstraße (2418 m, Kz 438). Leider ist auch hier schon wieder alles asphaltiert, wahrscheinlich wegen des Giro de la Italia oder so, denn am Colle dei Morti (2481 m, Kz 437) (Pass der Toten ?) steht ein Denkmal für den verstorbenen Radrennfahrer Marco Patani.

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Vallone dell Arma

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Heldenverehrung

Da es etwas zu regnen anfängt sind wir über die gute Straße gar nicht traurig. Über den Colle d’Esischie geht die Fahrt an einigen Almen vorbei über Mármora nach Ponte Mármora ins Maira-Tal. Kurz vor den heutigen Ziel, dem Hotel Londra in Accéglio, genehmigen wir uns noch eine Erfrischung in Form eines Bierchens.

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Almidylle

Das Abendessen fiel nicht ganz so üppig aus wie die letzten Tage, aber verhungert ist auch keiner.

Einen Teil hab ich noch…

Mottek

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